Katjuschas neuer Teamchef: Der richtige Mann am richtigen Ort

14. Oktober 2012 - 12:03 | Olaf

Hätte es eine Stellenanzeige gegeben, sie wäre wohl kurz und knapp gewesen. Vielleicht folgendermaßen: Gesucht wird ein neuer sportlicher Leiter, der teaminternes Doping noch weniger erkennt als Vorgänger Hans Michael Holczer. Klingt schwierig, ist es aber nicht. Mit Wjatscheslaw Jekimow, einstiger Edelhelfer des Sportbetrügers Lance Armstrong beim US Postal Team, hat der russische Radrennstall Katjuscha, der regelmäßig positiv auffällt, den richtigen Mann gefunden.

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Kategorien: Doping, Radsport, Tour de Farce | 1 Kommentar » |

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Olympische Zahlenspiele 2012

3. Januar 2012 - 16:12 | sportticker

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Transparenz vs FIFA-Korruption 3:0

28. Dezember 2011 - 3:51 | sportticker

Screenshot: www.handelszeitung.ch

Weihnachten ist vorbei. Aber all jenen, denen von Joseph Blatters unendlichen und unwahren FIFA-Reformversprechen bereits die Ohren bluten, hat das Obergericht in Zug nun nachträglich noch ein besonders hübsches Präsent überreicht. Das Gericht entschied auf Antrag von Jean-Francois Tanda (Homepage/Twitter) von der Schweizer „Handelszeitung“, dass die brisante Einstellungsverfügung zum ISL-Verfahren veröffentlicht werden muss. Das Gericht begründete seinen Entscheid mit einem gewichtigen Interesse der Öffentlichkeit an den Umständen der Verfahrenseinstellung, die viele Fragen aufwerfe.

Das Papier aus dem Mai 2010 dokumentiert eine Vereinbarung hochrangiger FIFA-Funktionäre und der aktuellen FIFA-Spitze mit Schweizer Ermittlern und sollte geheim bleiben. Es ist ein Ablasshandel, der Korruption vertuscht und nicht aufklärt oder für Wiedergutmachung sorgt. Die genannten Parteien tauschten ein Schweigegeld in Millionenhöhe gegen die Einstellung des Verfahrens gegen sie und, noch viel bedeutender, gegen die Zusicherung, dass ihre Namen nicht öffentlich gemacht würden. Andernfalls wären Ricardo Teixeira und Blatters Mentor und Vorgänger Joao Havelange schon längst offiziell als Empfänger von Schmiergeldern des 2001 kollabierten Sportrechtevermarkters ISL/ISMM enttarnt worden und nicht nur in Recherchen von Andrew Jennings für die BBC. Und es wäre bekannt geworden, dass die FIFA-Spitze, also Präsident Joseph Blatter, „immer von den Schmiergeldzahlungen an ihre Exponenten gewusst hat, aber nichts dagegen unternommen hatte“, wie es Tanda nun in der „Handelszeitung“ formuliert.

Die Geschichte des einst größten Sportrechtemaklers der Welt ISL/ISMM und des größten bekannten Schmiergeldskandals der Sportgeschichte hat Jens Weinreich in seinem Blog mehrfach ausführlich aufgeschrieben (etwa hier, hier und hier), wie Tanda ist er ein FIFA-Insider. Gerichtsfest dokumentiert ist, dass der ISL/ISMM-Konzern zwischen 1989 und 2001 über 140 Millionen Schweizer Franken an hochrangige Sportfunktionäre zahlte – Gelder, die ISL-Manager vor Gericht als Rechteerwerbskosten bezeichneten, ohne die Vertragsabschlüsse über lukrative TV- und Sponsorendeals unmöglich gewesen wären. Gelder, über die aber selbst das Strafgericht Zug in seinem Urteil vom 26. Juni 2008 feststellte, dass die Bezeichnung als „Schmiergeldzahlungen“ „wohl im Umgangssprachgebrauch“ nicht falsch sei. In einem ausgekoppelten Strafverfahren wurde gegen Teixeira und Havelange als Schmiergeldempfänger sowie die FIFA-Spitze als Dulder ermittelt, weil sie die FIFA durch die Entgegennahme von Millionensummen geschädigt hatten – bis das Verfahren gegen eine Wiedergutmachungszahlung von 5,5 Millionen Schweizer Franken im Mai 2010 eingestellt wurde.

Jean-Francois Tanda hat nach Bekanntwerden der Einstellungsverfügung einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt, dem die Staatsanwaltschaft zweimal zustimmte. Doch alle drei beteiligten Parteien blockierten die Herausgabe, zuletzt kurz vor dem FIFA-Kongress Ende Mai 2011 und Blatters Wiederwahl. Es ging vors Obergericht Zug. Auch nachdem Blatter im Oktober 2011 salbungsvoll die Veröffentlichung des ISL-Dokuments angekündigt hatte, zog die FIFA ihre Beschwerde vor dem Obergericht Zug nicht zurück. Stattdessen hatte die FIFA – während sie selbst gegen die Herausgabe der Akten vorging – die Chuzpe, Anfang Dezember 2011 eine Verschiebung der für die Exekutivsitzung am 16. und 17. Dezember in Aussicht gestellten Akteneinsicht zu verkünden und die Schuld dafür auf eine nicht näher beschriebene juristische Blockade von Teixeira oder Havelange zu schieben. Randnotiz: Kurz zuvor hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) seinem dienstältesten Mitglied Havelange einen Abgang aus gesundheitlichen Gründen gestattet, statt ihn wegen seiner ISL-„Provisionen“ als hochkorrupten Funktionär offiziell zu bestrafen. Sein Amt als Ehrenpräsident der FIFA blieb unangetastet.

Die ausgebliebenen Sanktionen von IOC und FIFA könnten nach der Entscheidung des Obergerichts Zugs (im Wortlaut als pdf) zur Veröffentlichung der Einstellungsverfügung nun durch eine öffentliche Darlegung von Havelanges Nehmerqualitäten als Sportfunktionär ersetzt werden. Die drei Parteien haben 30 Tage Zeit, um Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Reuters meldet, dass die FIFA auf einen Einspruch verzichten will. Das dürfte jedoch nur bedeuten, dass schon der Widerspruch von Teixeira und Havelange genügt, um vor die nächste Instanz zu ziehen und Blatters Zeitspiel fortzuführen. Immerhin: Diese Instanz ist das Schweizer Bundesgericht und damit die letzte. Die „Neue Zürcher Zeitung“ erwartet eine Entscheidung für den Sommer 2012 und lässt FIFA-Medienchef Walter de Gregorio sogar von einem zügigeren Vollzug fabulieren: „Spätestens am Kongress im Mai wollen wir die Akten offenlegen.“ PR ist eben das, wofür der Schweizer Sportjournalist 2010 jetzt auch offiziell bezahlt wird.

Ein Ende des Verfahrens ist auch ohne FIFA-Mithilfe abzusehen, sein Ausgang auch: Der vor dem Bundesgericht gescheiterte Versuch des früheren Schweizer Armee-Chefs Roland Nef, die Einstellungsverfügung eines für ihn unangenehmen Privatverfahrens geheim zu halten, gilt als Präzedenzfall. Auch im Duell Transparenz vs. Korruptionsverdunkelung liegen FIFA & Co. nun mit 0:3 hinten.

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Frohes Fest!

24. Dezember 2011 - 0:48 | sportticker

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Datenjournalismus – Wie geht das?

7. Dezember 2011 - 15:37 | Christoph

Diese Frage beantwortet Jojo Malig und stellt dabei nebenbei ein Tool vor, mit dem sich Geschichten im Web erzählen lassen. Sieht aus wie Powerpoint 2.0, heißt aber Prezi.

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Deutsche EM-„Todesgruppe“? Unwahrscheinlich!

2. Dezember 2011 - 2:14 | sportticker

Um 18 Uhr werden in Kiew die Vorrunden-Gruppen für die Fußball-EM 2012 ausgelost. Zur Folklore gehört die medial geschürte Furcht, Deutschland könnte in einer Gruppe landen, die den Zusatz „Todes-„ oder „Hammer-„ trägt. Und die anschließende Erleichterung, wenn Fußball-Deutschland dieses schwere Losschicksal doch erspart geblieben ist. Typisch deutsches Losglück heißt das dann.

Richtig ist: Das DFB-Team könnte in einer Gruppe mit Welt- und Europameister Spanien, Portugal und Frankreich landen, das zeigt ein Blick auf die vier Lostöpfe:

Lostopf 1 Lostopf 2 Lostopf 3 Lostopf 4
Polen Polen Deutschland Deutschland Kroatien Kroatien Dänemark Dänemark
Spanien Spanien Italien Italien Griechenland Griechenland Frankreich Frankreich
Niederlande Niederlande England England Portugal Portugal Tschechien Tschechien
Ukraine Ukraine Russland Russland Schweden Schweden Irland Irland

 

Noch richtiger ist aber, was Michael Brake in der „taz“ vorgerechnet hat: Dass die Wahrscheinlichkeit, mit der Deutschland in einer Gruppe ohne Topgegner (= Spanien, Niederlande, Portugal, Frankreich) landet, neunmal höher ist als die der „Todesgruppe“. Die folgende Grafik entspricht den 64 möglichen Zusammensetzungen der deutschen Gruppe und zeigt jeweils die Zahl der Kombinationen, in denen das DFB-Team mit drei oder zwei Topgegnern zusammengelost wird, nur ein Topteam abbekommt oder sogar gar keins. Das ist übrigens wahrscheinlicher als Möglichkeit 1 und 2. Es lässt sich nur nicht so gut verkaufen.

 

Wenn Sie also zuletzt gelesen haben, Bundestrainer Joachim Löw sei vor der Auslosung ausnehmend entspannt: Dann könnte das entweder an den jüngsten Auftritten seines Teams liegen – und/oder daran, dass Löw etwas von Wahrscheinlichkeitsrechnung versteht.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/ba/Flag_of_Germany.svg/25px-Flag_of_Germany.svg.png

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Wo Oranje noch vorm DFB-Team liegt

18. November 2011 - 1:41 | Christoph


Quelle: Guardian

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