Erik Zabel

Positiv aufgefallen:
1994 Veenendaal-Veenendaal
2007 Geständnis
Substanz:
Cortison (verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, u.a. Asthma)
EPO

Sperre: Keine. Zabel legte Einspruch mit der Begründung ein, dass er eine Salbe gegen Sitzbeschwerden genommen habe. Daraufhin wurde ihm eine Geldstrafe von 3000 Schweizer Franken sowie eine Rückstufung von 50 Punkten in der Wertung des Weltradsportverbandes auferlegt. Eine auf Bewährung ausgesprochene Sperre wurde aufgehoben.

In der „Sport Bild“ vom 27.04.2007 sagte Zabel zu seinem positiven Dopingtest aus dem Jahre 1994: „Ich habe die Meldung gelesen, als erblicke ich in der Zeitung meine eigene Todesanzeige. Zum Glück hat sich alles aufgeklärt. Das IOC hat mich frei gesprochen. Ich hatte eine Salbe gegen Sitzbeschwerden bekommen. Darin war ein Mittel von der Dopingliste, das in der Beschreibung nicht angegeben war. Der Arzt konnte also nicht wissen, was er mir verschrieb. Ich hatte mit meinen Ärzten in Freiburg und meinem früheren Masseur „Eule“ Ruthenberg Glück. Sie hatten mit Doping nichts am Hut.“

In seinem Buch „Erinnerungen eines Radfahrer-Pflegers“, beschreibt Jef D’hont, ehemaliger Masseur im Team Telekom, wie die Teamärzte von der Universitätsklinik Freiburg den Fahrern unter anderem das Blutdopingmittel Epo verabreicht haben sollen. „Morgens wurden die Blutwerte kontrolliert. Abends nach der Massage gab es dann im Hotelzimmer alle zwei, drei Tage neue Epo-Einheiten“, sagte D’hont in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Eine unabhängige Gutachterkommission soll nun der Frage nachgehen, ob Dr. Andreas Schmid und Dr. Lothar Heinrich in den 90er Jahren von Freiburg aus systematisches Doping für das damalige Radprofi-Team Telekom organisiert haben. Das Expertengremium setzt sich aus dem ehemaligen Präsidenten des Sozialgerichtes Reutlingen, Hans Joachim Schäfer, sowie dem weltweit anerkannten Dopingforscher Professor Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln, und Professor Ulrich Schwabe zusammen, dem langjähriger Leiter des Pharmakologischen Instituts der Universität Heidelberg.

Am 24. Mai 2007 gestand Erik Zabel als erster deutscher noch aktiver Radprofi EPO-Doping. Auf einer einer Pressekonferenz gab der 38-Jährige unter Tränen zu, vor und in der ersten Woche der Tour de France 1996 mit Epo gedopt zu haben. „Ich habe gedopt, weil es ging“, sagte Zabel, „das war ein Test, das war einmalig.“

Dieser Aussage steht der ehemalige Schweizer Top-Fahrer Rolf Järmann skeptisch gegenüber. Der Klassiker-Spezialist und zweifache Sieger des „Amstel Gold Race“ kann die Belastungen der schwersten Eintagesrennen, bei denen Zabel sehr erfolgreich war, bestens einschätzen. Er kommt zu dem Urteil: „Ich wäre bei Mailand-San Remo nicht mit der Spitze ins Ziel gekommen, wenn ich nicht Epo genommen hätte. Nach über 270 Kilometern muss man im Anstieg zum Poggio dranbleiben, ohne Epo hätte ich das nicht gekonnt. Hut ab vor Zabel, der das Rennen viermal gewonnen hat.“