Peter Winnen

Positiv aufgefallen: 1999 Geständnis

Die Internetseite „Cycling4Fans“übersetzt einen Artikel von Peter Winnen, den er für das niederländischen ‚NCR Handelsblad‘ am 3. Juli 1999 geschreiben hat und in dem er über seine Dopingerfahrungen erzählt. Darin heißt es: „Während der Tour de France 1986 durchbrach ich die Trennlinie (zum Dopen). Auf der Etappe nach Alp d’Huez brach ich völlig ein. Ich beriet mich mit meinem sportlichen Leiter Peter Post. Sollte ich absteigen, oder Testosteron nehmen, als letzte Rettung? Ich wählte selbst und entschied mich zum Dopen. Hätte ich darauf hin pinkeln müssen, ich hätte bestimmt keine Geschichten erfunden. Einige Tage darauf ging ich dann nach Hause und habe mich entschieden keine Risiken mehr (erwischt zu werden) einzugehen.“

„Seit Einführung von Epo war ich sofort chancenlos, die größten Bauerntölpel ließen mich stehen. Das Niveau war mit einem Schlag wahnsinnig gestiegen. Seit dem Tag war Talent nicht mehr entscheidend. Es ging nicht nur um Epo, sondern um Cocktails von Epo, Wachstumshormone, Schilddrüsenhormone, Testosteron. Es war die Periode, als die Sportärzte im Peloton Fuß fassten“, beschreibt Winnen, der heute Journalist und Autor ist die Radsportszene seiner Zeit.

Der zweimalige Spieger in Alpe d´Huez sagt, Doping sei in der Radsportszene „normal und akzeptiert“ gewesen. Dies beschreibt er auch in seinem Buch „Post aus Alpe D´Huez. Eine Radsportkarriere in Briefen“, das 2005 als deutsche Ausgabe erscheinen ist.

Darin beschreibt er auch seine Qual als Kletterer:

„Erst bekam ich eine Gänsehaut. Dann machte sich wieder das Gefühl der Leere breit. Schließlich begannen die Muskeln sich wie verhedderte Schnüre anzufühlen. Von einem Zusammenhang zwischen meinen Gedanken konnte keine Rede mehr sein. Bis hierhin befand ich mich also auf bekanntem Terrain. Vier Kilometer vor dem Gipfel allerdings hätte ich unter Eid schwören können, dass ich nur noch aus einer leeren Hülle bestand. Darin befand sich ein Rauschen.“