Xela Ierf und der verspätete Dopingtest

Dies ist eine frei erfundene Geschichte: Xela Ierf, ein erfolgreicher Radprofi und mehrfacher Schweizer Meister sowie Radler des Jahres erscheint verspätet zur Dopingkontrolle. Für diesen klaren Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen wird Ierf von Radverband jedoch lediglich für den nächsten Wettbewerb gesperrt. Der sonst übliche reflexartige Aufschrei der Medien bei einer solch lächerlich geringen Sperre fällt aus. Wenn Sie verstehen wollen, warum das so ist, müssen Sie die ganze Geschichte lesen.

Es ist der 20. September 2012, ein wichtiger Wettbewerb steht an. Ierf, der sich seit einiger Zeit in einer Formkrise befindet und auf ein Erfolgserlebnis wartet, wird trotzdem zur Dopingprobe ausgelost. Anstatt den Kontrolleuren auf direktem Weg in den Kontrollraum zu folgen, lässt er sich von seinen Betreuern frische Klamotten reichen und zieht sich erstmal um. Erst danach erscheint er zum Dopingtest. Sein Sportdirektor bezeichnet diesen klaren Verstoß gegen die Anti-Doping Regeln lediglich als „disziplinarische Nachlässigkeit“.  Schließlich sei Ierf seiner Verpflichtung ja nachgekommen, nur etwas verspätet. Das sieht der Radverband anscheinend genauso und sperrt den Profi daher lediglich für den nächsten Wettbewerb. Eine Begründung für das Urteil gibt es nicht. Transparenz gleich null. Ierf selbst nimmts mit Humor: „Anhand meiner letzten Leistungen hat man ja gesehen, dass ich nicht gedopt bin.“

So weit, so frei erfunden. Ersetzen Sie nun bitte Rad durch Fußball, drehen den Namen unseres fiktiven Radprofis um und lesen die nun wahre Geschichte noch einmal. Nun verstehen Sie sicher, warum der mediale Aufschrei ausgefallen ist.


Kategorien: Doping, Fußball, Medien, Radsport |

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

AddThis Social Bookmark Button

Eine Antwort hinterlassen