Wenn einer seinen Fuß reinstellt …

Oktober 1st, 2009 Christoph Posted in Fußball, Gesagt ist gesagt No Comments »

„Vor 50 Jahren war ich selbst Stürmer und ein bisschen von diesen Anlagen schlummert auch heute noch in mir. Wir haben viel gedribbelt, aber wenn man nicht durchkommt und einer stellt seinen Fuß rein, was macht man dann? Ein bisschen mehr, als man tun sollte. Ist das so schlimm? Ich denke nicht. Zumindest ist es nicht so schlimm, als dass die Disziplinarkommission nach einem Spiel noch tätig werden sollte.“
(FIFA-Boss Sepp Blatter, hochdekorierter und unermüdlicher Kämpfer für einen blitzsauberen Fußballsport, mag sich mit so banalen Fußball-Schummeleien wie Schwalben nicht befassen; via Spox, 18.41 Uhr)

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„Sensationelles Alles-wird-gut-Feuerwerk“

September 25th, 2009 sportticker Posted in Fußball, Gesagt ist gesagt No Comments »

Wie schlimm es um die Berliner Hertha wirklich steht, verrät der Kommentar von Hertha-Kapitän Arne Friedrich zum Pokalaus des Erstliga-Letzten beim Zweitliga-Dreizehnten 1860 München. Inhalt gab es nicht, dafür aber folgende Phrasen, die Thomas Becker für die „taz“ protokolliert hat:

1. „gute Aufholjagd“

2. „haben Moral gezeigt“

3. „sind immer wieder aufgestanden“

4. „haben jetzt genug auf die Fresse bekommen“

5. „alle an einem Strang ziehen“

6. „der richtige Schritt in die richtige Richtung“

7. „haben alles versucht heute“

8. „müssen alle zusammenhalten“

9. „dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen“

10. „man sieht, dass wir nicht tot sind“

In dieser Fülle eine klasse Bewerbung für den Floskel-Preis des Jahres, findet Becker. Wir auch.

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Gesagt ist gesagt XXII: Jamaikas Sprinter stolpern auf dem Weg zur Leichtathletik-WM

August 1st, 2009 Olaf Posted in Doping, Gesagt ist gesagt 1 Comment »

„Wenn man sieht, wie spielerisch diese Leute 100 Meter unter zehn Sekunden laufen, besteht schon der Verdacht, dass das unmenschlich ist. Klar, dass ich das hinterfrage.“
(Der deutsche Sprinter Alexander Kosenkow über die verwunderlichen Leistungen seiner jamaikanischen Sprintkollegen.)

„Wenn fünf auf einmal erwischt werden, haben sich die Kontrollen zunächst mal gelohnt […]. Es wird allerdings gemunkelt, dass alle davonkommen. Entweder ist es eine verbotene Substanz und man wird zwei Jahre gesperrt – oder man kann das Ganze auch gleich sein lassen. Wenn’s keine Folgen hat, sind Kontrollen hinausgeworfenes Geld.“
(Tobias Unger, der den Weltrekord von Usain Bolt über 100m bei den Olympischen Spielen in Peking als „Riesenverarschung“ bezeichnete, zweifelt am Sinn von Dopingkontrollen.)

„Ich weiß nicht, was zu Hause passiert ist. Alles was ich weiß, ist, dass wir auf die Ergebnisse der B-Probe warten müssen.“
(Usain Bolt über seine dopenden Team-Kollegen, bei denen es sich Zeitungsangaben zu Folge um Yohan Blake, Sheri-Ann Brook, Marvin Anderson, Allodin Fothergrill und Lansford Spence handeln soll.)

„Ich habe keine Ahnung, was da los ist. Ich habe nicht einmal mit Athleten darüber gesprochen.“
(Tyson Gay, der amerikanische Herausforderer von Bolt, der dieses Jahr bereits 9,77 Sekunden über 100m gelaufen ist, beschäftigt sich nicht mit dem Thema Doping.)

„Wir hassen den Betrug […] Noch nie hatte ein Athlet, der immer auf Jamaica gelebt und trainiert hat, irgendein Drogenproblem. So sind wir einfach nicht.“
(Glen Mills, der  Trainer von Usain Bolt hält Doping auf Jamaika für unmöglich.)

„Ich mache mir nicht wirklich Gedanken, ob jemand aus meiner Trainingsgruppe dabei ist. So lange ich sauber bin, gehe ich einfach voran.“
(Yohan Blake, der angeblich „so“ sein soll behauptet, er wisse nichts von einem positiven Dopingtest.)

„Vielleicht ist ja auch der Trainer nicht so schlecht: Yohan Blake ist 2008 noch 10,20 über 100 Meter gelaufen, jetzt schafft er im Regen 9,93. Wirklich interessant.“
(Nochmal der deutsche Top-Sprinter Tobias Unger, der wohl mit dem Gedanken spielt den Trainer zu wechseln. Ungers Bestzeit über 100m liegt übrigens bei 10,16 Sekunden.)

„Wir müssen weniger über Doping reden, mehr über die schönen Seiten der Leichtatlethik.“
(Dem Präsidenten des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, Lamine Diack, scheint die Dopingbekämpfung nicht so richtig wichtig.)

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Hart aber fair?

Juni 24th, 2009 Christoph Posted in Doping, Gesagt ist gesagt, Medien, Sportpolitik No Comments »

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den deutschen Eishockey-Nationalspieler Florian Busch für zwei Jahre bis zum 21. Februar 2011 gesperrt. Der Grund: Busch hatte am 6. März 2008 bei einer unangekündigten Dopingkontrolle die Abgabe einer Urinprobe verweigert. Gemäß den Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ist ein verweigerter Test als positive Probe zu werten und bei „Ersttätern“ mit einer zweijährigen Sperre zu ahnden. Dieser Argumentation schloss sich der CAS nun an (zur 29-seitigen Urteilsbegründung – interessant wird es ab Seite 13) – und erklärte damit die vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB)  im April 2008 verhängte „Strafe“ von 5.000 Euro und 56 Stunden gemeinnütziger Arbeit als Trainer im Nachwuchsbereich für nicht ganz ausreichend.1

Im deutschen Eishockey – und bei der Deutschen Presse-Agentur dpa – wurde das CAS-Urteil zum Fall Busch mit dem in Dopingfragen üblichen Unverständnis und Entsetzen aufgenommen. Ein schockierender Überblick zu Formulierungen und Reaktionen. Read the rest of this entry »

  1. Auch wenn wir hiermit den Bereich der Sportgerichtsbarkeit verlassen, betrachte man doch zum Vergleich bitte dieses Urteil hier: Drei Jahre Gefängnis für einen Mann, der ein Rad von Lance Armstrong gestohlen hat – via American Arena. []
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Internationaler Tag gegen Homophobie – Gesagt ist gesagt (XXI)

Mai 17th, 2009 Olaf Posted in Fußball, Gesagt ist gesagt No Comments »

„Ich bin Fußballer, also kann ich nicht schwul sein.“
(Marcus Urban, in den achtziger Jahren eines der hoffnungsvollsten Talente des DDR-Fußballs, versuchte lange seine Homosexualität zu verbergen. Er scheiterte an diesem Versteckspiel und beendete mit 23 Jahren seine Karriere als Fußballspieler.)

Am 17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Daraufhin wurde der 17. Mai zum Internationalen Tag gegen Homophobie ausgerufen. Noch 1981 verkündete die FIFA, dass das in einigen Ländern verbreitete Küssen der Spieler während des Spiels „unmännlich, übertrieben gefühlsbetont und deshalb unangebracht“ sei. Ein „Gesagt ist gesagt“ über Homophobie im Fußball – und den Wunsch, dass ein Bundesliga-Profi seinen Freund zur Meisterfeier mitbringt.

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In letzter Instanz – Ein Gesagt ist gesagt Spezial

Mai 13th, 2009 Olaf Posted in Fußball, Gesagt ist gesagt, Sportpolitik No Comments »

Nullzwei steht es derzeit aus Sicht der Hartplatzhelden im Rechtsstreit um die Veröffentlichung von Amateur-Aufnahmen von Fußballspielen aus dem Verbandsgebiet des Württembergischen Fußballverbandes (WFV). Doch die Betreiber der Internetplattform hartplatzhelden.de geben nicht auf und gehen in Revision. Vor dem Bundesgerichtshof (BGH) soll in letzter Instanz geklärt werden, wem der Amateurfußball gehört. Ein Gesagt ist gesagt Spezial.

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Gesagt ist gesagt (XX)

April 18th, 2009 Christoph Posted in Doping, Gesagt ist gesagt, Radsport, Tour de Farce No Comments »

„Die meisten bei mir im Team hatten noch nie etwas mit Doping zu tun. Die andern, Gutierrez, Sevilla, Hamilton und Mancebo1, haben so gelitten mit ihren Geschichten, dass sie Doping nie wieder anrühren.“
(Der Belgier Rudy Pevenage, Intimus und Ziehvater von Jan Ullrich, spricht in der NZZ über seine Rückkehr in den sauberen Radsport – und legt für die Fahrer seines neuen und hundertprozentig dopingfreien Teams Rock Racing die Hände ins Feuer. Inzwischen steht fest: Er hat sich ordentlich verbrannt.2)

  1. Für Mancebo liegt laut Dopingstatistik von cycling4fans kein offizieller positiver Dopingtest vor. Der Spanier soll aber zu den Kunden von Blutpanscher Eufemiano Fuentes gehört haben. []
  2. Oder das Feuer war nur Show, mal wieder. []
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