Ein Stück Dopinggeschichte unterm Hammer

November 22nd, 2012 Olaf Posted in Doping, Medien, Radsport, Tour de Farce No Comments »

Heiligt der (gute) Zweck wirklich alle Mittel? Zumindest dem Online-Auktionsportal United Charity ist offensichtlich kein gestiftetes Objekt zu fragwürdig, um mit dem Erlös aus der Versteigerung hilfsbedürftige Kinder zu unterstützen. Unter den virtuellen Hammer kam nun das Gelbe Trikot, das Jan Ullrich beim Einzelzeitfahren der Tour der France 1997 – dem Jahr seines Toursieges – trug, als er die Konkurrenz deklassierte und sogar den drei Minuten vor ihm gestarteten Richard Virenque überholte. Das Auktionsportal feiert Jan Ullrichs Sieg bei der Frankreichrundfahrt als „Sternstunde des Radsports“, obwohl sich in der Top Ten der Gesamtwertung fast ausschließlich Doper wiederfinden. Sein Gelbes Trikot ist also eher ein Andenken an den dopingverseuchten Radsport und war dem Höchstbietenden über 4.500 Euro wert.

Gesamtwertung der Tour de France 1997:
Fast alle, die es in die Top-Ten geschafft haben, sind positiv aufgefallen

Platzierung Fahrer Positiv aufgefallen
Toursieger Jan Ullrich 2002: Positive Trainingskontrolle. Strafe: 6-monatige Sperre
2006: Verwicklung in den Dopingskandal Fuentes. Strafe: Verurteilung durch den Internationalen Sportgerichtshof
Zweiter Richard Virenque 1998: Verwicklung in die Festina Affaire. Strafe: 7-monatige Sperre
Dritter Marco Pantani 1995: Überhöhter Hämatokritwert beim Radrennen Mailand-Turin. Strafe: 3 Monate Haft auf Bewährung, später aufgehoben
1999: Überhöhter Hämatokritwert beim Giro d´Italia. Strafe: 2-wöchige Schutzsperre
2001: Im Rahmen einer Razzia wird eine Insulin-Spritze gefunden. Strafe: 6-monatige Sperre und 3000 Schweizer Franken Geldstrafe
Vierter Abraham Olano Ist nie positiv aufgefallen – war allerdings  Kunde des italienischen Dopingarztes Michele Ferrari.
Fünfter Fernando Escartín Stand ebenfalls auf der Kundenliste von Ferrari, wurde aber – wie Olano – nie positiv getestet.
Sechster Francesco Casagrande 1998: Positiv gestestet bei der Tour de Romandie. Strafe: 6-monatige Sperre
Siebter Bjarne Riis 2007: Riis gesteht zur Liestungssteigerung die Doping genutzt zu haben.
Achter José María Jiménez Nie positiv aufgefallen, es wird jedoch vermutet, dass seine psychosomatischen Probleme auf exzessiven Doping-Missbrauch zurückzuführen waren.
Neunter Laurent Dufaux 1998: War wie Virenque in die Festina Affaire verwickelt. Strafe: 7-monatige Sperre
Zehnter Roberto Conti 2002: Besitz verschiedener Dopingmittel. Strafe: 6-monatige Sperre
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Xela Ierf und der verspätete Dopingtest

Oktober 28th, 2012 Olaf Posted in Doping, Fußball, Medien, Radsport No Comments »

Dies ist eine frei erfundene Geschichte: Xela Ierf, ein erfolgreicher Radprofi und mehrfacher Schweizer Meister sowie Radler des Jahres erscheint verspätet zur Dopingkontrolle. Für diesen klaren Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen wird Ierf von Radverband jedoch lediglich für den nächsten Wettbewerb gesperrt. Der sonst übliche reflexartige Aufschrei der Medien bei einer solch lächerlich geringen Sperre fällt aus. Wenn Sie verstehen wollen, warum das so ist, müssen Sie die ganze Geschichte lesen.

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Katjuschas neuer Teamchef: Der richtige Mann am richtigen Ort

Oktober 14th, 2012 Olaf Posted in Doping, Radsport, Tour de Farce 1 Comment »

Hätte es eine Stellenanzeige gegeben, sie wäre wohl kurz und knapp gewesen. Vielleicht folgendermaßen: Gesucht wird ein neuer sportlicher Leiter, der teaminternes Doping noch weniger erkennt als Vorgänger Hans Michael Holczer. Klingt schwierig, ist es aber nicht. Mit Wjatscheslaw Jekimow, einstiger Edelhelfer des Sportbetrügers Lance Armstrong beim US Postal Team, hat der russische Radrennstall Katjuscha, der regelmäßig positiv auffällt, den richtigen Mann gefunden.

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Hans-Michael Holczer: Vorwärts in die Vergangenheit

September 18th, 2011 Olaf Posted in Doping, Radsport No Comments »

Es hat sich angedeutet. Hans-Michael Holczer, der Realschullehrer aus der schwäbischen Provinz, tauscht mal wieder Klassenzimmer gegen Teamwagen und kehrt zurück in die Radsport-Familie. Doch das Comeback des ehemaligen Chefs des Teams Gerolsteiner hat ein Gschmäckle, wie man in seiner Heimat sagt. Denn ausgerechnet der selbsternannte „Mr. Nulltoleranz“ was Doping betrifft wird Generalmanager des russischen Radsportteams Katjuscha – einer Mannschaft die alles andere als lupenrein ist. Genau wie sein Begleiter.

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Das Doping der Anderen

Oktober 1st, 2010 Christoph Posted in Doping, Medien, Radsport, Sportpolitik No Comments »

Gestern war der Tag, an dem alle wie Nelson von den „Simpsons“ auf den Radsport gezeigt und laut „Haha!“ gerufen haben. Deshalb soll heute der Tag sein, um noch einmal an eine Begebenheit aus der vergangenen Woche zu erinnern.

Es treten auf: Paul Biedermann, deutscher Schwimmstar und seit seiner Liaison mit Schwimmstar-Kollegin Britta Steffen auch Darling des Boulevards. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, konservatives Qualitätsblatt, in Dopingfragen bewandert, aber auch mit einem Faible für Sportstars. Und der Sportinformations-Dienst sid mit einem Faible für gute Nachrichten. Es geht um ein Interview, das Biedermann der FAZ gegeben hat und das dem sid eine Nachricht wert war. Und es geht um die Fragen, die wieder nicht gestellt wurden, obwohl sie schon seit Jahren im Raum stehen.

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Tour de Farce

September 30th, 2010 sportticker Posted in Doping, Radsport No Comments »

Aus aktuellem Anlass finden Sie die Tabelle heute mal wieder an etwas prominenterer Stelle als üblich.

Jahr
Gelbes Trikot Bergtrikot Grünes Trikot Weißes Trikot
2010
A. Contador A. Charteau A. Petacchi Andy Schleck
2009
A. Contador Franco Pellizotti Thor Hushovd Andy Schleck
2008
Carlos Sastre Bernhard Kohl Oscar Freire Andy Schleck
2007
A. Contador M. Soler T. Boonen A. Contador
2006
Oscar P. Sio M. Rasmussen R. McEwen D. Cunego
2005
L. Armstrong M. Rasmussen T. Hushovd J. Popowytsch
2004
L. Armstrong R. Virenque R. McEwen W. Karpez
2003
L. Armstrong R. Virenque B. Cooke D. Menschow
2002
L. Armstrong L. Jalabert R. McEwen I. Basso
2001
L. Armstrong L. Jalabert E. Zabel O. Sevilla
2000
L. Armstrong S. Botero E. Zabel F. Mancebo
1999
L. Armstrong R. Virenque E. Zabel Benoît Salmon
1998
M. Pantani C. Rinero E. Zabel J. Ullrich
1997
J. Ullrich R. Virenque E. Zabel J. Ullrich
1996
B. Riis R. Virenque E. Zabel J. Ullrich
1995
M. Indurain R. Virenque L. Jalabert M. Pantani
1994
M. Indurain R. Virenque D. Abduschaparov M. Pantani
1993
M. Indurain T. Rominger D. Abduschaparov A. Martín
1992
M. Indurain C. Chiappucci L. Jalabert E. Pouwmans
1991
M. Indurain C. Chiappucci D. Abduschaparov Á. Mejía
1990
G. LeMond T. Claveyrolat O. Ludwig G. Delion
1989
G. LeMond G.-J. Theunisse S. Kelly F. Philipot
1988
P. Delgado S. Rooks E. Planckaert E. Breukink
1987
S. Roche L. Herrera J.-. Van Poppel R. Alcalá
1986
G. LeMond B. Hinault E. Vanderaerden A. Hampsten
1985
B. Hinault L. Herrera S. Kelly F. Parra
1984
L. Fignon R. Millar F. Hoste G. LeMond
1983
L. Fignon L. Van Impe S. Kelly L. Fignon
1982
B. Hinault B. Vallet S. Kelly P. Anderson
1981
B. Hinault L. Van Impe F. Maertens P. Winnen
1980
J. Zoetemelk R. Martin R. Pevenage J. Van der Velde
1979
B. Hinault G. Battaglin B. Hinault J.-R. Bernaudeau
1978
B. Hinault M. Martínez F. Maertens H. Lubberding
1977
B. Thevenet L. Van Impe J. Esclassan D. Thurau
1976
L. Van Impe G. Bellini F. Maertens E. Mart.-Heredia
1975
B. Thevenet L. Van Impe R. van Linden F. Moser
1974
E. Merckx D. Perurena P. Sercu
1973
L. Ocana P. Torres H. van Springel
1972
E. Merckx L. Van Impe E. Merckx
1971
E. Merckx L. Van Impe E. Merckx
1970
E. Merckx E. Merckx W. Godefroot
1969
E. Merckx E. Merckx E. Merckx
1968
J. Janssen A. González F. Bitossi
1967
R. Pingeon J. Jiménez J. Janssen
1966
L. Aimar J. Jímenez W. Planckaert
1965
F. Gimondi J. Jímenez J. Janssen
1964
J. Anquetil F. Bahamontes J. Janssen
1963
J. Anquetil F. Bahamontes R. van Looy
1962
J. Anquetil F. Bahamontes R. Altig
1961
J. Anquetil I. Massignan A.Darrigade
1960
G. Nencini I. Massignan J. Graczyk
1959
F. Bahamontes F. Bahamontes A.Darrigade
1958
C. Gaul F. Bahamontes J. Graczyk
1957
J. Anquetil G. Nencini J. Forestier
1956
R. Walkowiak C. Gaul S. Ockers
1955
L. Bobet C. Gaul S. Ockers
1954
L. Bobet F. Bahamontes F. Kübler
1953
L. Bobet J. Lorono F. Schaer
1952
F. Coppi F. Coppi
1951
H. Koblet R. Géminiani
1950
F. Kübler L. Bobet
1949
F. Coppi F. Coppi
1948
G. Bartali G. Bartali
1947
J. Robic P. Brambilla
1939
S. Maes S. Maes
1938
G. Bartali G. Bartali
1937
R. Lapébie F. Vervaecke
1936
S. Maes J. Berrendero
1935
R. Maes F. Vervaecke
1934
A. Magne R. Vietto
1933
G. Speicher V. Trueba
1932
A.Leducq
1931
A. Magne
1930
A.Leducq
1929
M. Dewaele
1928
N. Frantz
1927
N. Frantz
1926
L. Buysse
1925
O. Bottecchia
1924
O. Bottecchia
1923
H. Pélissier
1922
F. Lambot
1921
L. Scieur
1920
P. Thys
1919
F. Lambot
1914
P. Thys
1913
P. Thys
1912
O. Defraye
1911
G. Garrigou
1910
O. Lapize
1909
F. Faber
1908
L. Petit-Breton
1907
L. Petit-Breton
1906
R. Pottier
1905
L. Trousselier
1904
H. Cornet
1903
M. Garin

Umfassendere und unbedingt lesenswerte Informationen zum Thema Doping im Radsport gibt es auf www.cycling4fans.de.

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Riccos Rückkehr

April 19th, 2010 Olaf Posted in Doping, Radsport, Tour de Farce No Comments »

Es ist eine zweifelhafte Erfolgsgeschichte, die der Doper Riccardo Ricco derzeit schreibt. Nach Ablauf seiner Sperre ist er zurückgekehrt in den Schoß der Radsportfamilie und gehört seit Saisonbeginn wieder zum Peleton. Ein Sinneswandel ist nicht erkennbar und so ist es wenig erstaunlich, dass der für deutliche Worte bekannte britische Top-Sprinter Mark Cavendish urteilt: „It’s like a parasite coming back into the sport.“ Und auch die ersten Rennergebnisse sprechen gegen ihn für sich: Der angeblich neue Ricco ist nicht weniger erfolgreich als der alte. Read the rest of this entry »

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