SpOn und der Flug des Schneeballs

Dezember 5th, 2009 admin Posted in Korruption, Medien, Tennis 1 Comment »

„Spiegel online ist auf eine merkwürdige Partie gestoßen“. Das schreibt Christian Gödecke im Teaser zu seinem Text über ein Tennismatch, das letztes Jahr beim ATP-Turnier in Lyon stattgefunden und den einstmals „weißen Sport“ beschmutzt hat. Nur: Eine wirklich neue Nachricht ist das nicht. Zumindest in der Wettwelt.

Kein Wunder, inzwischen ist bereits die komplette Tennis-Saison 2009 ausgespielt. Und eigentlich gibt es genug andere, aktuellere Anlässe, die untersucht werden könnten. Zudem sind leider viele Dinge durcheinandergeraten in dem Artikel. Mit bloßen Nachfragen bei Buchmachern ist es eben nicht getan. Deshalb ein paar Anmerkungen zu Passagen aus Gödeckes-Text.

„Nach Unterlagen, die Spiegel Online vorliegen, nahmen insgesamt mindestens 47 Wettanbieter die Llodra-Partie aus ihrem Angebot. Sie alle hatten extreme Auffälligkeiten bemerkt. 47.“Das spricht Bände“, sagt ein Buchmacher.

Diese Zahl sagt nur wenig aus und das sagt der Artikel indirekt auch. Denn sobald bei Betfair hohe Summen gesetzt werden, wird automatisch die gesamte Wettwelt auf diese Spiele aufmerksam. Und ein ganz großer Teil der Wetten, die dann bei Buchmachern eingehen sind gar keine Wetten mehr, sondern Surebets. Hier wettet man zur hohen Quote beim Buchmacher und sichert dann zu den schon am Boden liegenden Quoten bei Betfair. Durch die hohen Einsätze nehmen nun viele Buchmacher die Spiele aus ihrem Programm. Das ist der im Text beschriebene Schneeball-Effekt. Das sagt aber zunächst einmal nichts darüber aus, ob ein Spiel manipuliert worden ist. Sondern gibt nur einen Hinweis auf die Stärke des Schneeball-Effekts.

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Nachtschicht bei der dpa

Dezember 5th, 2009 Christoph Posted in Medien, Tennis No Comments »

Es ist nicht so, dass es nicht vielleicht irgendwo verständlich wäre, dass auch dpa-Mitarbeiter an einem Tag, an dem Fortuna der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2010 eine sehr, sehr, sehr, sehr machbare Vorrundengruppe beschert, wenig Lust auf Tennis haben – zumal dann, wenn Außenseiter Tschechien auf Sand beim haushohen Favoriten und Titelverteidiger Spanien antreten muss. Dies nur vorab, damit Sie sich über das Folgende nicht allzusehr wundern.

Das Folgende ist eine dpa-Meldung, die um 23.12 Uhr in die Redaktionen flatterte:

(Zusammenfassung 2315) Davis-Cup-Finale: Stepanek hält Tschechen im Spiel (Mit Bild)

Tennisprofi Radek Stepanek hat Tschechien im Davis-Cup-Finale beim Favoriten Spanien im Spiel gehalten. Mit einem hart erkämpften 6:1, 6:2, 4:6, 4:6, 4:4-Sieg gegen David Ferrer im zweiten Einzel glich der 31-Jährige am Freitagabend in Barcelona zum 1:1 aus.

Angesichts des nicht ganz vollständigen Ergebnisses hätte man durchaus stutzig werden können, auch an einem Tag, an dem Fortuna der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2010 eine sehr, sehr, sehr, sehr machbare Vorrundengruppe beschert hat. Vor allem dann, wenn man beim Versuch, das richtige Endergebnis eigenständig zu ermitteln, zunächst partout keines gefunden und schließlich bei der BBC diese Meldung entdeckt hätte:

Spain lead after Ferrer fightback

David Ferrer fought back from two sets down to beat Radek Stepanek and give Spain a commanding 2-0 lead after day one of the Davis Cup final. Ferrer had looked a beaten man at two sets and a break down but he came storming back to win 1-6 2-6 6-4 6-4 8-6 on the clay in Barcelona.

Wie gut, dass bei der dpa auch an einem Tag, an dem Fortuna der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2010 eine sehr, sehr, sehr, sehr machbare Vorrundengruppe beschert, eine absolut zuverlässige Korrekturinstanz installiert ist. Diese vermeldete um 23.53 Uhr:

(Berichtigung: Ergebnis dritte Zeile) (Zusammenfassung 2315) Davis-Cup-Finale: Stepanek hält Tschechen im Spiel (Mit Bild)

Tennisprofi Radek Stepanek hat Tschechien im Davis-Cup-Finale beim Favoriten Spanien im Spiel gehalten. Mit einem hart erkämpften 6:1, 6:2, 4:6, 4:6, 6:8-Sieg gegen David Ferrer im zweiten Einzel glich der 31-Jährige am Freitagabend in Barcelona zum 1:1 aus. Damit steht der Gewinner der «hässlichen Salatschüssel» erst am Sonntag fest; am Samstag wird das Doppel gespielt.

Und damit ging es dann in den wohlverdienten Feierabend.

Nachtrag 0.45 Uhr: Doch noch nicht Feierabend bei der dpa:

(Eil       – Achtung)

Bitte verwenden Sie die dpa 1114 vom 4.12. nicht. In der Meldung wurde das Spielergebnis Ferrer-Stepanek falsch dargestellt. Sie erhalten in Kürze eine berichtigte Fassung.

0.49 Uhr:

(Berichtigte Neufassung: Zusammenfassung 2315) Davis-Cup-Finale: Ferrer bringt Spanien 2:0 in Front

David Ferrer lässt Spanien auf den vierten Triumph im Davis Cup nach 2000, 2004 und 2008 hoffen.

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Funny Federer

November 27th, 2009 Christoph Posted in Medien, Tennis No Comments »

Nicht nur auf den Londoner Tenniscourts fühlt sich Roger Federer richtig wohl. Auch beim CNN-Interview mit Pedro Pinto in Zürich hat der Schweizer sichtlich Spaß.

(via Ronnie Grob)

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Wimbledon 2009 – Von einer Bergziege und deutschen Hoffnungen

Juni 22nd, 2009 admin Posted in Tennis No Comments »

„Is Federer the GOAT?“ Eine Frage, die sich besonders im Vorfeld des French-Open-Finals in Paris die gesamte Tennis-Welt gestellt hat. Ich gebe zu, ich fragte mich damals, warum Federer eine Bergziege sei. Denn das ist die englische Übersetzung für das Wort. Eigentlich passt das aber fast genauso gut wie die eigentliche Bedeutung.
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Große Liebe, große Show, große Chance

Juni 6th, 2009 Christoph Posted in Tennis No Comments »

Es ist die große Liebe, die zwischen Roger Federer und den French Open entbrannt ist. Ganz Paris wünscht sich den Erfolg des Schweizers, seinen 14. Grand-Slam-Sieg, den ersten in Roland Garros.

Und es ist eine große Show, die Federer den Zuschauern bietet: Auf der Tribüne seine hochschwangere Frau Mirka, auf der roten Asche nicht immer hochklassiges, aber oft hochdramatisches Tennis.

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„Es gibt so Tage“

Mai 22nd, 2009 admin Posted in Tennis No Comments »

Alles war angerichtet für einen schönen Tennis-Fight. 7000 Zuschauer waren da im Düsseldorfer Rochusclub, Robin Soderling war da, zuletzt mit sechs Siegen in Folge beim World Team Cup. Selbst das gute Wetter war da. Doch Rainer Schüttler war nicht da, das komplette Spiel nicht da. Der Korbacher war zuletzt nicht gut in Form, verlor in München gegen einen Nobody aus den Niederlanden, konnte sich beim World Team Cup nach einer Niederlage gegen Sam Querrey aber deutlich steigern und gegen Gilles Simon gewinnen. Der zählt zwar aktuell selbst zu den fünf Spielern mit der größten Formkrise, ist aber trotzdem immerhin die Nummer Sieben der Welt. Die 0:6, 0:6-Niederlage von Schüttler war also alles andere als erwartbar.

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Ansichten eines Tennisfans (1)

Mai 17th, 2009 admin Posted in Medien, Tennis No Comments »

Morgen bin ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einem großen Tennisturnier live dabei. Der World Team Cup, im Fachjargon häufig auch als inoffizielle Mannschafts-WM tituliert, beginnt im Düsseldorfer Rochusclub. Eigentlich wollte ich heute nur einen kurzen Überblick über Spieler, Länder und Turniermodus geben und mich auf die Spiele morgen freuen. Doch bereits heute ist mir klar geworden, dass ich auch darüber schreiben muss, wie es einem großen Tennisfan bei einem deutschen Turnier ergeht. Was machen die Veranstalter gut? Und was so geht so überhaupt nicht? Read the rest of this entry »

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