Leichtathletik-WM: Dopingspiegel

[Erstellt: 6. August 2009 – zuletzt aktualisiert: 7. September 2009 – 13.56 Uhr]

Die gute Nachricht zuerst: Rund 1500 Dopingtests sollen kurz vor und während der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin durchgeführt werden. Das sind rund ein Drittel mehr Tests als in Osaka vor zwei Jahren und mehr als doppelt so viele wie bei den Olympischen Spielen in Peking, als die Leichtathleten nur 700-mal getestet wurden.
Nun die schlechte Nachricht: Das Doping-Kontrollprogramm ist „von vorne bis hinten korrupt“ und daher „zum Lachen“, denn „es gibt weiter weltweit toleriertes Doping“. Dies behauptet, Sie ahnen es bestimmt, der Dopingexperte Prof. Werner Franke in seiner ihm eigenen diplomatischen Art.

An dieser Stelle werden wir über die, wie Franke sie nennt „saudumm[en]“ Athleten berichten, die im Rahmen der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin positiv getestet werden. Dabei lehnen wir uns an den Dopingspiegel an, den die Kollegen von sportspool.tv für die Olympischen Spiele in Peking erstellt haben.

Platz
Land
(Punktzahl)
Wettkampf
Vorfeld
1
Brasilien
(7)
1. Bruno Lins Tenorio de Barros
(100m/200m/Staffeln – Substanz: EPO)
2. Jorge Celio da Rocha Sena
(200m/4x400m – Substanz: EPO)
3. Josiane da Silva Tito
(4x400m – Substanz: EPO)
4. Luciana França
(400m Hürden – Substanz: EPO)
5. Lucimara Silvestre
(Siebenkampf – Substanz: EPO)
6. Evelyn Santos
(4x100m – Substanz: EPO)
7. Lucimar Teodoro
(400m Hürden – Dopingverdacht)
2 Jamaika
(4)

1. Lanceford Spence
(400m – Substanz: Methylxanthine;
zunächst im Schnellverfahren freigesprochen, inzwischen Doping eingestanden)
2. Allodin Fothergill
(400m – Substanz: Methylxanthine;
zunächst im Schnellverfahren freigesprochen, inzwischen Doping eingestanden)
3. Sheri-Ann Brooks
(100m/4x100m -Substanz: Methylxanthine; inzwischen freigesprochen wegen “Unregelmäßigkeiten“)
3. Yohan Blake
(100m -Substanz: Methylxanthine;
zunächst im Schnellverfahren freigesprochen, inzwischen Doping eingestanden)
4. Marvin Anderson
(200m – Substanz: Methylxanthine;
zunächst im Schnellverfahren freigesprochen, inzwischen Doping eingestanden)

3 Nigeria*
(3)


1.
Amaka Ogoegbunam (400m Hürden – Substanz: Methenolon)**

1. Vivian Chkwuemeka
(Kugelstoßen – Substanz: Methenolon)

2. Gloria Kemasade
(100m/200m – Substanz: Methenolon)

4 Marokko
(2)

1.
Jamal Chatbi
(3000m Hindernis – Substanz: Clenbuterol)



1.
Mariem Alaoui Selsouli
(1500m – Substanz: noch unbekannt)



* mit Dank an Ralf für den Hinweis
** Ogoegbunam wurde offenbar auch schon vor der WM positiv getestet, im Juli bei den Junioren-Afrikameisterschaften

Nachtrag zur Einordnung etwaiger Dopingfälle:

Vor der WM in Berlin gab es bei Weltmeisterschaften insgesamt 56 Dopingfälle. 14 Weltmeister mussten wegen Dopings ihre Goldmedaille wieder abgeben. Den Anfang machte 1987 in Rom Ben Johnson (Kanada), der auch seinen Weltrekord verlor. Edmonton 2001 mit fünf überführten Weltmeistern und Paris 2003 mit vier waren die erfolgreichsten Titelkämpfe für die Dopingbekämpfer. Zusätzlich zu den 14 Goldmedaillen, wovon eine im Nachgang an Deutschland ging (4×100 m der Frauen 2001), wurden seit der WM-Premiere 1983 in Helsinki acht Silber- und fünf Bronzemedaillen umverteilt.

(Quelle: sport1.de)


Kategorien: Doping |

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3 Responses to “Leichtathletik-WM: Dopingspiegel”

  1. Prima Idee, auch die bei sportspool.tv Bei Sportgericht.de führen wir seit einigen Jahren alle uns bekannt gewordenen Dopingfälle, 2009 müssen wir noch aufarbeiten…

    Zu den Jamaikanern: Wenn ich korrekt lese, wurde Brooks vom eigenen Verband freigesprochen, weil der selbe Verband den Verfahrensfehler begang, die B-Probe ohne Erlaubnis des Athleten zu öffnen. Das stinkt zum Himmel – die IAAF muss da reagieren!

  2. […] Leichtathletik-WM: Dopingspiegel […]

  3. […] von Vancouver positiv getestet werden. Dabei orientieren wir uns am Dopingspiegel, den wir für die Leichtathletik-WM in Berlin erstellt […]

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