Internationaler Tag gegen Homophobie – Gesagt ist gesagt (XXI)

“Ich bin Fußballer, also kann ich nicht schwul sein.”
(Marcus Urban, in den achtziger Jahren eines der hoffnungsvollsten Talente des DDR-Fußballs, versuchte lange seine Homosexualität zu verbergen. Er scheiterte an diesem Versteckspiel und beendete mit 23 Jahren seine Karriere als Fußballspieler.)

Am 17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Daraufhin wurde der 17. Mai zum Internationalen Tag gegen Homophobie ausgerufen. Noch 1981 verkündete die FIFA, dass das in einigen Ländern verbreitete Küssen der Spieler während des Spiels “unmännlich, übertrieben gefühlsbetont und deshalb unangebracht” sei. Ein “Gesagt ist gesagt” über Homophobie im Fußball – und den Wunsch, dass ein Bundesliga-Profi seinen Freund zur Meisterfeier mitbringt.

“Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fußball spielen können.”
(Der frühere Abwehrspieler Paul Steiner äußert sich herablassend über Homosexuelle und findet, dass Schwule für Fußball viel zu weich sind.)

“Ich bin gegen Schwule in einer Fußballmannschaft. Ein Homosexueller kann den Job eines Fußballers nicht erfüllen. [...] Ich würde keinen homosexuellen Spieler unter Vertrag nehmen. Hätte ich einen entdeckt, wäre er sofort gegangen.”
(Ebenso denunzierend wie Steiner äußerte sich Luciano Moggi,  der ehemalige Sportdirektor von Juventus Turin der maßgeblich in den Manipulationsskandal  2006 verwickelt war. Inzwischen wurde Moggi mit einem langjährigen Berufsverbot belegt. Und das ist auch gut so.)

“Meine Spieler müssen echte Kerle sein. Also können Homosexuelle bei mir nicht spielen, höchstens gegen mich.”
(Diese archaische Einstellung hat Otto Baric, der ehemaliger Trainer der österreichischen Nationalmannschaft. Baric behauptet sogar von sich er “erkenne einen Schwulen innerhalb von zehn Minuten.” 2007 wurde Baric von der UEFA für seine homophoben Äußerungen zu einer Geldstrafe von 1825 Euro verurteilt.)

„Wir müssen gegen jegliche Bestrebungen, die gleichgeschlechtlich geprägt sind, vorgehen.“
(Christoph Daum diffamiert Lesben und Schwule. Das Internetportal queer.de verleiht Daum für seine Aussage die Homo-Gurke“.)

“Wir sind ja nicht so Schwuletten wie Bayer Leverkusen, die nicht Meister werden wollen.”
(Homosexuelle wollen nicht Meister werden? Diese verquere Logik hat Stefan Kretzschmar wohl exklusiv.)

“Man würde gegen so einen nicht richtig rangehen, weil die gewisse Furcht vor Aids da wäre.”
(Einfach nur dumm ist diese Aussage von Michael Schütz, einem früheren Spieler von Fortuna Düsseldorf.)

“Wenn ich den Martin Schneider weiter aufstelle, glauben die Leute am Ende wirklich noch, ich sei schwul.”
(Nicht viel intelligenter ist diese Äußerung von Friedel Rausch)

“Ich würde keinem Profi raten, sich zu outen. Der soziale Druck wäre nicht auszuhalten. In einem heterosexuellen Mannschaftsgefüge ist man direkt der Außenseiter, wird angreifbar für Mitspieler, Gegenspieler und Medien.”
(Corny Littmann, Präsident des FC St. Pauli und selbst homosexuell über die Tabuisierung des Themas Homosexualität im Fußball.)

“Ich wünsche mir, dass ein Bundesliga-Profi irgendwann mal sagt: ,Heut Abend zur Meisterfeier bring ich meinen Freund mit.’”
(Vielleicht geht dieser Wunsch von Marcus Urban ja bereits am kommenden Wochenende in Erfüllung.)


Kategorien: Fußball, Gesagt ist gesagt |

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