In letzter Instanz – Ein Gesagt ist gesagt Spezial

Nullzwei steht es derzeit aus Sicht der Hartplatzhelden im Rechtsstreit um die Veröffentlichung von Amateur-Aufnahmen von Fußballspielen aus dem Verbandsgebiet des Württembergischen Fußballverbandes (WFV). Doch die Betreiber der Internetplattform hartplatzhelden.de geben nicht auf und gehen in Revision. Vor dem Bundesgerichtshof (BGH) soll in letzter Instanz geklärt werden, wem der Amateurfußball gehört. Ein Gesagt ist gesagt Spezial.

“Dem Ansinnen, auf Kosten und zu Lasten des Amateurfußballs Gewinne zu erzielen, hat das Landgericht Stuttgart erfreulicherweise nunmehr einen Riegel vorgeschoben.”
(Dr. Rainer Koch, Vizepräsident des Deutschen Fußball Bundes (DFB), freut sich über das Einsnull und sieht im Urteil einen “Sieg  für die über 25.000 Amateurfußballvereine in Deutschland”. Schliesslich könne es nicht sein, dass “mögliche Einnahmen von gewinnorientierten kommerziellen Unternehmen wie der Hartplatzhelden GmbH abgeschöpft werden.”)

“Generierte Gelder müssen in der Fußballfamilie bleiben.”
(Folgerichtig folgert Koch als Verteter der “Nebenstelle des Kartells, das offiziell als steuerbefreiter eingetragener Verein daherkommt“, dass die Fußballfamilie die Einnahmen aus den Verwertungsrechten für Bewegtbilder von Amateurspielen selber abschöpfen sollte.)

“Die Hartplatzhelden möchten die Vereine unterstützen. Daher werden wir ab sofort mindestens 50 Prozent aller Gewinne an diejenigen Fußballvereine abzutreten, die bei uns mitmachen.”
(Oliver Fritsch gibt ein “Versprechen für die Zukunft“. Bislang konnten die Hartplatzhelden noch keine Gewinne erzielen und sind auf Spenden angewiesen, um den Prozess vor dem BHG fortführen zu können.)

“Wir erhoffen uns natürlich vom Gericht die Bestätigung unserer Rechtsauffassung, denn wir müssen unsere Mitglieder gegen kommerzielle Interessen von Dritten schützen.”
(Herbert Rösch, Präsident des Württembergischen Fußballverbandes (WFV), will die Monopolstellung seines Verbandes sichern. Ob Monopole jedoch zu einer “Darstellung des Amateurfußballs in der bestmöglichen Form und auch im wirtschaftlichen Sinne der Vereine” führen, muss darf  bezweifelt werden.)

“Niemand aus den Vereinen meint, dass man ihn vor uns schützen müsste.”
(Oliver Fritsch hat bei den Vereinen nachgefragt und herausgefunden, dass niemand aus den Vereinen “an unserem Portal etwas auszusetzen” hat und sich auch niemand ausgebeutet fühlt.)

“Ein Monopol für ein Internetprojekt wie hartplatzhelden.de gibt es nicht. Dem WFV stehen keine Ausschließlichkeitsrechte am Amateurfußball zu.”
(Rechtsanwalt Fabian Reinholz, der die Hartplatzhelden vertritt, macht darauf aufmerksam, dass Fußballspiele weder urheberrechtlich geschützt sind noch der Verband Rechte an den Videoaufnahmen beanspruchen kann.)

“Dieses Urteil ist ein klarer Sieg für den Amateurfußball und seine Vereine”
(Herbert Rösch, Präsident des Württembergischen Fußballverbandes, feiert das Urteil des OLG Stuttgart im Berufungsprozess, das nicht der Argumentation von Fabian Reinholz folgen wollte. )

“Ich frage mich warum viele Lokalzeitungen immer noch die Füße still halten. Spätestens in fünf Jahren wird keine Zeitung mehr ohne Bewegtbilder aus dem Amateursport auskommen.”
(Oliver Fritsch über die Auswirkungen des OLG-Urteils im Magazin “11Freunde”. Er sieht einen “wertvollen Berichterstattungsgegenstand vieler Zeitungen” gefährdert, wenn Verbände Lizenzen für Bewegtbilder aus dem Amateurfußball verlangen dürfen.)

“Den Interessen der gemeinnützigen Amateurvereine hat das OLG Stuttgart nunmehr den Vorrang gegenüber den Gewinnerzielungsabsichten der Hartplatzhelden GmbH auf Kosten der Amateurvereine eingeräumt.”
(Dieses “wichtige Signal” erkennt nur Dr. Rainer Koch im Urteil des OLG Stuttgart.)

“Der Fußball gehört nicht den Verbänden, sondern denjenigen, die ihn spielen. Fußballspiele werden nicht von Verbänden organisiert, sondern von Vereinen.”
(Oliver Fritsch begründet, warum sich die Hartplatzhelden im Recht sehen und  in der Revision vor dem BGH ein Grundsatzurteil anstreben.)


Kategorien: Fußball, Gesagt ist gesagt, Sportpolitik |

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