“Es war eine großartige Woche”
“Es ist eine Schande, dass eine von uns nicht hier sein kann”, sagte Venus Williams nach ihrem Turniersieg in Dubai darüber, dass Shahar Peer die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate verweigert worden war. Einige deutsche Medien verorteten den Eklat aber bei Williams selbst, beispielsweise hier und bis eben auch bei n-tv. Dort sorgt sie für den Eklat und nicht die Turnierverantwortlichen selbst oder die für Visa zuständige Ministerin. Ursache und Wirkung – wen interessiert das schon? Hauptsache, jemand haut mal wieder richtig auf den Putz, der Rest ist egal.
Den Anfang nahm der Eklat, als die Israelin Shahar Peer kurz vor Beginn des Turniers erfahren hatte, dass sie nicht nach Dubai einreisen dürfe – wegen eines fehlenden Visums, das ihr vor dem Turnier zugesichert wurde. Jetzt steht das Turnier nicht nur vor einer saftigen Geldstrafe. Der Amerikaner Andy Roddick hat sich entschieden wegen der Vorfälle nicht am Herrenturnier teilzunehmen, welches heute startet. Die verletzungsbedingten Absagen von Rafael Nadal und Roger Federer lassen einen fast schadenfroh werden, auch wenn es interessant gewesen wäre zu sehen, ob die beiden Topspieler trotzdem teilgenommen hätten.
Der israelische Doppelspezialist Andy Ram hat das Visum in dieser Woche erhalten und darf mit seinem Doppelpartner Kevin Ullyett an den Start gehen. Ob die Turnierverantwortlichen nun wirklich umdenken bleibt allerding fraglich. Shahar Peer hat für das nächste Jahr bereits eine Wild Card erhalten. Egal auf welcher Weltranglistenposition sie im Februar 2010 stehen wird, die Startberechtigung für Dubai hat sie sicher. Die Sache mit dem Visum ist dagegen alles andere als sicher.
Das absolute Highlight kritischer Berichterstattung bietet übrigens Focus Online. Mit keinem Wort werden die kritischen Sätze von Williams im Artikel zum Finale überhaupt erwähnt, vielmehr wird sie nur mit einem einzigen Satz zitiert: “Es war eine großartige Woche.”
Kategorien: Medien, Sportpolitik, Tennis |
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