Wahrsagerei mit Kaiser Franz

Mai 10th, 2010 sportticker Posted in Abseits!, Fußball No Comments »

[Erstellt am 1. Februar 2010 - zuletzt aktualisiert am 10. Mai 2010]

Für Bild.de hat deren Kolumnist Franz Beckenbauer vor dem 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga einen Blick in seine Kristallkugel geworfen. Dankenswerter Weise sagt uns der Kaiser alle Ergebnisse seiner fünf Titelkandidaten bis zum 34. Spieltag voraus und beantwortet bereits heute die Meisterfrage.
Sehr gewagt ist sein Meistertipp allerdings nicht – wenig überraschend schätzt Hellseher Franz, dass der FC Bayern München, dessen Ehrenpräsident er ist, in dieser Saison die Meisterschale holt. Leverkusen bleibt demnach mal wieder nur die Vizemeisterschaft und auf den Plätzen landen Schalke, Dortmund und letztlich deutlich abgeschlagen der HSV.
Mal sehen, ob sich des Kaisers Visionen auch wirklich erfüllen!

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Drama, baby, Drama!*

Mai 2nd, 2010 Christoph Posted in Abseits!, Korruption No Comments »

Wir hatten das hier alles schon einmal. Damals, als es ergebnislose Ermittlungen gegen Peter Ebdon gab und nebenan im Snookerblog die heile Welt ins Wanken geriet. Die Umstände waren damals so, dass die Wettmuster äußerst auffällig, aber keine belastbaren Beweise für eine bewusste Spielmanipulation während Ebdons 0:5-Niederlage gegen einen 21-jährigen Chinesen vorhanden waren. Dummerweise hatte die Partie an einem Nebentisch stattgefunden, an dem das Spiel nicht aufgezeichnet wurde. Wie das Leben im Sport eben so spielt.

John HigginsJetzt ist alles anders. Unter Manipulationsverdacht steht nicht mehr der einmalige Weltmeister Peter Ebdon, sondern der dreimalige (und noch amtierende) Champion John Higgins. In Manipulationsverdacht stehen keine konkreten Spiele, sondern einige Frames in noch zu spielenden Partien. Und: Es gibt Bewegtbilder mit Ton. Veröffentlicht hat sie das Enthüllungs-Fachblatt “News of the World” (Slogan: “We’re No 1 for exclusive video”), bekannt durch ein fingiertes Sex-Video mit dem ehemaligen FIA-Präsident Max Mosley und falsche Scheichs mit interessanten Angeboten für Englands damaligen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson.

Es zeigt Higgins und dessen Manager Pat Mooney, Vorstandsmitglied der WPBSA1, am Freitag bei Verhandlungen in Kiew. Verhandlungen mit vermeintlichen Wettpaten, die tatsächlich Reporter des Boulevardblatts sind. Verhandlungen darüber, wie Higgins in der kommenden Saison Frames in mehreren Partien absichtlich verlieren, der Wettmafia dadurch ein paar sichere Einnahmen und sich selbst einen Bonus von 300.000 Euro verschaffen könnte. Nachdem Higgins versichert hat, Manipulationen seien problemlos möglich und für die Zuschauer nicht zu erkennen, kommt das Gespräch auf wirklich wichtige Themen: Wie lässt sich eine derart erkleckliche Extra-Einnahme möglichst unauffällig verbuchen?

Nach Veröffentlichung des bearbeiteten Videos und eines entsprechend aufgemachten Berichts in der “News of the World” erklärte Mooney “Sky News” sinngemäß: Er und Higgins hätten in Kiew um ihre Sicherheit fürchten müssen, die Umstände seien “ungeheuer furchteinflößend” gewesen und hätten ihnen bei den Verhandlungen keine Wahl gelassen. Vorbildlich muss man in diesem Zusammenhang die Art und Weise nennen, in der Higgins und Mooney ihre enorme Angst verbergen. Inzwischen ist Mooney von seinem WPBSA-Posten zurückgetreten.

John Higgins schwieg erst zu den Vorwürfen und teilte schließlich mit:

“I didn’t know if this was the Russian Mafia or who we were dealing with – at this state I felt the best course of action was to play along with these guys and get out of  Russia [sic]. (…) Those who know me know of my love for snooker… my conscience is 100% clear.”

Die WPBSA hatte sich schon zuvor zur Personalie Higgins geäußert. Der dreimalige Weltmeister wurde bis zur Klärung der Vorwürfe von allen WPBSA-Turnieren ausgeschlossen, heißt es in einem offiziellen Statement. Die Affäre sei beschämend, ein schwerer Schlag “für die Integrität des Sports”, hieß es gegenüber verschiedenen Medien. Für Aufklärung soll möglichst rasch David Douglas sorgen, seit Kurzem im WPBSA-Vorstand für Disziplinarangelegenheiten zuständig. Erfahrung mit Korruptionsdelikten sollte Douglas mitbringen. Er war einst Detective Chief Superintendent der Metropolitan Police in London.

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* Die Überschrift ist geborgt vom Spox-Bericht zu Higgins WM-Aus gegen Steve Davis. Die Vorwürfe gegen Higgins sind Spox, Stand 15.34 Uhr, keine Erwähnung wert. Nachtrag: Jetzt schon.

  1. World Professional Billiards and Snooker Association []
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Die heuchlerischen Fans von Hannover 96

Januar 18th, 2010 Olaf Posted in Abseits!, Fußball 1 Comment »

Erst gut 2 Monate ist es her, dass rund 40.000 Fußballfans in das Hannover 96-Stadion gepilgert sind um Abschied von Robert Enke zu nehmen. Bei der Trauerfeier für den Nationaltorwart am 15.11.2009 sah es im Stadion seines Clubs so aus:

 

Trauerfeier für Robert Enke

und so

Enke

Doch was interessiert uns noch die Trauer von letztem Jahr haben sich einige “Anhänger” von Hannover 96 gedacht und folgendes, an Dämlichkeit nicht zu überbietendes, Plakat zum Rückrundenauftrakt aufgehängt:

Tod und Hass dem BTSV

Nun war es nicht so, dass sich im Stadion irgendjemand groß daran gestört hätte, dem Fanbeauftragten Frank Watermann ist es angeblich sogar noch nicht einmal aufgefallen: „Das Plakat ist uns leider durch die Lappen gegangen, sonst hätten wir es einkassiert.”

Es bleibt nur zu hoffen, dass es in Hannover nicht bald schon wieder so aussieht:

Trauer um Robert Enke

 


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Und jährlich grüßt der Wagner Lutz

Dezember 6th, 2009 sportticker Posted in Abseits!, Fußball No Comments »

Da wir hier in Bälde mal etwas verlosen wollen, schon einmal eine Preisfrage zum Test. Und zwar diese: Was haben die vier folgenden Bundesligapartien gemeinsam?

13. August 2005: Borussia Mönchengladbach – VfL Wolfsburg

1. April 2006: VfL Wolfsburg – MSV Duisburg

21. Frebruar 2009: Arminia Bielefeld – VfL Bochum

5. Dezember 2009: VfB Stuttgart – VfL Bochum

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0:0 gewonnen

November 9th, 2009 Christoph Posted in Abseits!, Fußball No Comments »

Logo Grenoble Foot 38 - Quelle: Wikipedia“Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß” ist ein Bonmot, das im Fußball gern und oft zitiert wird. Zum Beispiel, um desolaten Leistungen einen Hauch des Unabänderlichen zu verleihen. Zwar darf durchaus bezweifelt werden, dass diese weisen Worte des früheren deutschen Nationalspielers Andreas Brehme auch bis ins französische Grenoble vorgedrungen sind. Als sehr wahrscheinlich darf aber gelten, dass „Merde!“ in dieser Saison beim Fußballerstligisten Grenoble Foot 38 zum aktiven Wortschatz gehörte. Etwa nach dem ersten, zweiten, dritten, vierten Spieltag, oder dem fünften, sechsten, siebten, achten, neunten, zehnten, elften. All jenen Spieltagen also, an denen die Kicker von Grenoble den Platz in Frankreichs Ligue 1 ohne Punkt verlassen mussten.

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Gewinner

September 30th, 2009 Christoph Posted in Abseits!, Fußball 1 Comment »

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Schalke 05 & Co.

August 24th, 2009 sportticker Posted in Abseits!, Doping, Medien 1 Comment »

Was Sie hören, wenn Sie auf den Play-Button drücken, nennt sich Bundesliga-Analyse und ging beim Deutschlandfunk über den Sender. Es beweist, …

(a) … dass sich Manfred Breuckmann vor allem selbst gern reden hört

(b) … dass er einfach auch ein einfühlsamer Frauenversteher ist oder

(c) … dass er auf den Job beim Deutschlandfunk nur ungern verzichten will.

Sie haben die freie Auswahl.

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Der Rostocker Speerwerfer Mark Frank stand am Sonntag in Berlin im Speerwurf-Finale der Leichtathletik-WM. Mit einer Weite 81,32 Metern belegte der Sportsoldat im Endkampf den achten Platz. Er wurde also Letzter im Finale. Immerhin: Bei der Deutschen Presse-Agentur verdiente er sich damit diese absolut treffende Überschrift: “1,65 Meter fehlen Speerwerfer Frank zu WM-Bronze”.

wm_2009

Wem der journalistische Nationalstolz auf unser großartiges deutsches Team in obiger Meldung noch nicht weit genug geht, dem sei dringend dieser stimmungsvolle dpa-Stimmungsbericht über die großartige Stimmung bei unserer nicht nur stimmungsmäßig großartigen deutschen Weltmeisterschaft anempfohlen: “Bolt, Berlin, blaue Bahn: Erfolgsstory Heim-WM”. In nur 4522 Zeichen schafft es dpa-Autor Ralf Jarkowski, zweimal die Beschreibung “fast perfekt” für die WM zu gebrauchen, Robert Harting zu einem “Diskus-Rebell[en]” zu verklären und die von ihm beleidigten DDR-Dopingopfer nicht zu erwähnen, Sprinter Usain Bolt originellerweise als – wenn auch todmüden – “Außerirdischen” zu beschreiben, einen gänzlich unerwarteten Bezug zum “Sommermärchen” 2006 zu konstruieren, die deutsche Medaillenausbeute mit dem Satz “Zweimal Gold, dreimal Silber, viermal Bronze – alle Neune!” zu feiern, keinen Widerspruch zwischen vermeldeten 400.000 verkauften Karten und ebenfalls vermeldeten 518.582 Besuchern im Olympiastadion zu erkennen, vom verpassten “blauen Wunder” auf der “blauen Bahn” zu schwadronieren – und einen Dopingfall zu unterschlagen, um sich folglich über “lediglich zwei Dopingfälle” freuen zu können, die die “fast perfekte” Show in Berlin gestört hätten.

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Abschließend sei uns noch der obligatorische Bückling gestattet vor der gänzlich dpa-untypischen WM-Berichterstattung, die Sie hier nachlesen, -schauen und -hören können – und sollten.

1,65 Meter fehlen Speerwerfer Frank zu WM-Bronze

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