Riccos Rückkehr

April 19th, 2010 Olaf Posted in Doping, Radsport, Tour de Farce No Comments »

Es ist eine zweifelhafte Erfolgsgeschichte, die der Doper Riccardo Ricco derzeit schreibt. Nach Ablauf seiner Sperre ist er zurückgekehrt in den Schoß der Radsportfamilie und gehört seit Saisonbeginn wieder zum Peleton. Ein Sinneswandel ist nicht erkennbar und so ist es wenig erstaunlich, dass der für deutliche Worte bekannte britische Top-Sprinter Mark Cavendish urteilt: “It’s like a parasite coming back into the sport.” Und auch die ersten Rennergebnisse sprechen gegen ihn für sich: Der angeblich neue Ricco ist nicht weniger erfolgreich als der alte. Read the rest of this entry »

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Jens Voigt – Ein Inquisitor auf Jobsuche

Januar 4th, 2010 Olaf Posted in Doping, Radsport No Comments »

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Tour de France 2006 – nach der Ära Armstrong, vor dem Prolog. Der Startschuss erfolgt in Straßburg, der selbsternannten Hauptstadt Europas, mit 270.000 Einwohnern jedoch zumindest die Hauptstadt der französischen Region Elsass. Jan Ullrich gilt als Favorit, Ivan Basso als sein größter Gegner. Doch zum Duell der beiden Kronprinzen von Lance Armstrong wird es nicht kommen – das Dopingnetzwerk um den spanischen Gynäkologen Eufemiano Fuentes fliegt kurz vor dem Tourstart auf. Mindestens 58 Radrennfahrer sind in die Dopingaffäre verwickelt, darunter neben „Rudis Sohn“ Jan Ullrich auch Ivan „Birillo“ Basso, der damalige Teamkollege von Jens Voigt beim dänischen Team CSC.

Erinnerungen an die Skandaltour 1998 werden wach, als die Tour de France aufgrund der Festina-Affäre kurz vor dem Abbruch stand. Doch Ausreißerkönig Voigt, der unter seinem Teamchef Bjarne „Mr. 60 Prozent“ Riis auf seine alten Tage erstaunlicherweise noch zu einem Bergkönig und Zeitfahrspezialist gereift ist,  lässt diesen Vergleich nicht gelten: “Damals waren zwanzig Fahrer in den Skandal verwickelt, diesmal sollen es ja 58 sein.”  Für einen kurzen Moment verliert der Berliner Radprofi die Contenance und fordert mit Blick auf seine dopenden Kollegen im Stile eines Inquisitors: “Zieht sie raus und werft sie auf den Scheiterhaufen.”

Voigt´sche Lobeshymne auf einen Dopingsünder

Inzwischen ist Voigt 38 und altersmilde. Seine aktive Karriere neigt sich dem Ende. 2010 wird der Sieger der Deutschlandtour 2006 wohl zum letzten Mal bei der Tour de France an den Start gehen. Er betrachtet es daher als „ein tolles Ziel, nur Teil dieser Maschinerie, Teil dieses Uhrwerks zu sein, das perfekt funktionieren muss, um einem der Schleck-Brüder zum Tour-Sieg zu verhelfen.“ Zudem freut sich Voigt auf ein Wiedersehen mit Ivan Basso, der nach Ablauf seiner Dopingsperre inzwischen für das italienischen Team Liquigas fährt: „Ivan war ein Teamkamerad von mir, und ich habe ihn kennengelernt. Er ist der netteste, freundlichste, loyalste Mensch, den man sich vorstellen kann. Von daher kann ich ihn nicht verdammen. Er hat seinen Preis bezahlt, er hat ausgepackt, er hat seine Strafe abgesessen.“

Warme Worte für einen Dopingsünder – doch wer in der Radsportfamilie bleiben will muss sich an die Gesetze der Omertà halten und darf es mit der Wahrheit nicht zu genau nehmen. Basso nämlich bestreitet noch immer, jemals gedopt zu haben. Er habe solche Manipulationen nur vorgehabt, nicht aber ausgeführt.

Seine eigene berufliche Zukunft hat Voigt bereits fest im Blick. Wie viele seiner ehemaligen Kollegen will auch Voigt dem dopingverseuchten Radsport treu bleiben und nach seinem Karriereende im Management seiner dänischen Mannschaft unter dem Dopingsünder Bjarne Riis arbeiten. Die Omertà lebt also auch 2010 weiter!

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Freiheitsstrafe für Jan Ullrich?

Oktober 22nd, 2009 Olaf Posted in Doping, Radsport No Comments »

Vor Gericht könnte es für Jan Ullrich “peinlich werden”. Das vermutet Markus Kompa, Rechtsanwalt von Beruf. In seinem Blog zum Medienrecht begründet er seine Entschätzung damit, dass die eidesstattliche Versicherung, die Ullrich im Rechtsstreit mit Prof. Werner Franke abgegeben hat “offenbar erstunken und erlogen” war.
Die juristische Auseinandersetzung zwischen dem Dopingexperten und dem Dopingsünder hat sich an der Behauptung von Franke entzündet, Jan Ullrich habe dem spanischen Dopingarzt Fuentes 35.000 Euro zur Anschaffung von illegalen Substanzen bezahlt. Der ehemalige Radprofi erwirkte daraufhin vor dem Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung gegen Franke und erklärte eidesstattlich, dass er kein Geld an Fuentes gezahlt habe. Die Ermittlungsergebnisse des Bundeskriminalamtes im Fall Ullrich sprechen jedoch eine andere Sprache – demnach hat der Sieger der Tour de France 1997 satte 80.000 Euro an Fuentes überwiesen. Trotzdem beteuert Ullrichs Anwalt Marcus Hotze, dass die Behauptung, sein Mandant habe eine falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben “unsinnig” sei.
Wie sich dieser offensichtliche Widerspruch erklären lässt, warum Ullrich keine Freiheitsstrafe droht und weshalb eine außergerichtliche Einigung möglicherweise für beide Parteien Sinn macht, erläutert der Medienrechtler Markus Kompa.

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“Mysteriöser Tod”: Ist Vandenbroucke ein weiteres Opfer des (Profi-)Radsports?

Oktober 13th, 2009 Olaf Posted in Doping, Radsport No Comments »

Erneut vermelden Zeitungen einen “mysteriösen” Todesfall im Radsport: Der belgische Radprofi Frank Vandenbroucke ist im Alter von 34 Jahren gestorben. Er wurde am Montag in einem Hotelzimmer im Senegal tot aufgefunden und erlag vermutlich einer Lungenembolie.

Als Lungenembolie wird der der Verschluss einer Lungenarterie bezeichnet, deren Ursache meist ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel (Thrombose) ist. Einige Doping-Methoden lassen das Risiko einer solchen Embolie drastisch steigen. So erhöht beispielweise EPO die Zahl der roten Blutkörperchen und den Blutdruck, wodurch Thrombosen begünstigt werden. Zudem kann auch Eigenblutdoping zur Lungenembolie führen.

Im Fall Vandenbroucke liegt die Vermutung nahe, dass der exzessive Gebrauch von Dopingpräperaten der Grund für seinen frühen Tod ist. Im Jahr 2002 durchsuchte die belgische Polizei sein Haus auf der Suche nach verbotenen Dopingmitteln und wurde promt fündig: Die Ermittler entdeckten neben Epo und Morphium auch das das muskelbildende Präparat Clenbuterol . Bereits 1999 suspendierte ihn das Cofidis-Team im Zuge der Dopingaffäre um den Arzt Bernard Sainz.
In seiner Autobiographie “Ich bin nicht Gott” gestand Vandenbroucke mit EPO gedopt zu haben und  bezeichnete Fahrer, die neue Dopingpräparate ausprobierten als Pioniere. Gleichzeitig bedauerte er, nicht selbst einer von ihnen gewesen zu sein. Seine Siege habe er jedoch stets auf ehrliche Art errungen – denn, so die Logik von Vandenbroucke, seine Konkurrenten seien ebenfalls gedopt gewesen.

Das französische Wissenschaftsmagazin “Le Nouvel Observateur” stellte fest, dass die Sterblichkeitsrate bei Radprofis fast dreimal so hoch ist wie in der Normalbevölkerung, die bei den 25- bis 34-Jährigen sogar fünf Mal höher. “Die Häufigkeit der Todesfälle im Radsport ist aberwitzig”, behauptet auch der Dopingexperte Prof. Werner Franke.

Eine Übersicht über “mysteriöse Todesfälle” im Radsport:

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Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen: Hans-Michael Holczer und das kriminelle Dopingsystem im Team Gerolsteiner

September 29th, 2009 Olaf Posted in Doping, Radsport No Comments »

Benutzt, instrumentalisiert und hintergangen fühlte sich Hans-Michael Holczer, der ehemalige Manager des Radsport-Teams Gerolsteiner, als der Dopingsünder Bernhard Kohl, einst Dritter der Tour de France und Gewinner des Bergtrikots, auspackte. Inzwischen kommen immer mehr Details über die Dopingpraktiken von Kohl ans Tageslicht und die Strategie des selbsternannten Radsport-Saubermanns, wie die “taz” Holczer einst nannte, wird klar: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – schließlich ist er ja als Berater des britischen Sky-Teams weiterhin Teil der Omertà, der großen Radsportfamilie.

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Die Tour der Unehrenhaften, ihr Mythos und die Diskussion um die Berichterstattung

Juli 26th, 2009 Olaf Posted in Doping, Radsport 3 Comments »

Die 96. Tour de France neigt sich ihrem Ende. Heute wartet auf den Gesamtführenden und das verbliebene Peleton noch die Tour d´honneur. Die Ehrentour, wie die letzte Tour-Etappe genannt wird, die traditionell auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris endet. Die Besetzung des Podiums ist jedoch so unehrenhaft, wie bei fast jeder Tour de France in den vergangenen Jahren. Dieses Jahr stehen auf dem Treppchen mit Alberto Contador, Andy Schleck und Lance Armstrong ebenso berühmte wie berüchtigte Fahrer, die in der Vergangenheit bereits negativ aufgefallen sind.

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Buch zu verkaufen? Doping gestehen!

Juni 19th, 2009 Christoph Posted in Doping, Medien, Radsport, Tour de Farce No Comments »

Ja, wir geben es zu: Wir sind genervt, mal wieder. Der Grund diesmal:

“Steven Rooks, der frühere Bergkönig der Tour de France, hat 14 Jahre nach Ende seiner Radsport-Karriere ein Doping-Geständnis abgelegt.”

Diese schöne Zeile hat der sid formuliert. Sie ist, mit Verlaub, totaler Unsinn, mal wieder. Denn tatsächlich hat Steven Rooks 14 Jahre nach dem Ende seiner Radsport-Karriere nur die Palette jener Doping-Präparate erweitert, zu deren Gebrauch er sich öffentlich bekennt. Read the rest of this entry »

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