Hinterm Horizont geht’s weiter

Juli 19th, 2010 sportticker Posted in Doping, Fußball, Sportpolitik No Comments »

Seit vorletztem Sonntag also ist die 19. Fußball-Weltmeisterschaft Geschichte. Die Premieren-WM schlechthin und gleichzeitig der größte Fehler von Sepp Blatter, wie Uli Hoeneß vorab schwadronierte. Was er wohl jetzt sagen würde, wenn er nicht mitten im Wahlkampf wäre? Egal, denn auf jeden Fall war es auch die Endrunde mit dem brutalsten Endspiel aller Zeiten und der sonderbarsten Regelauslegung eines Schiedsrichters.

Beim Finale ist Fifa-Boss Sepp Blatter ausgebuht worden, hat das aber überhört. Im Überhören ist Blatter geübt, Buhrufe werden ihm immer wieder zuteil. Am vorletzten Sonntag in Johannesburg war Blatter wahrscheinlich auch der Meinung, die stehenden Ovationen für den ins Stadion genötigten Nelson Mandela – 91 Jahre alt, krank gebrechlich, um seine nach Eröffnungsfeier verunglückte Urenkelin trauernd – galten eigentlich ihm, dem “Afrikaner” und Heilsbringer Südafrikas. Read the rest of this entry »

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Der Fußballgott würfelt nicht

Mai 26th, 2010 Olaf Posted in Fußball No Comments »

Zwei Männer  – eine Mission. Bayern Münchens Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, Kaiser, Lichtgestalt, Kolumnist und der Dortmund-Fan Andreas Heuer, Professor für Physikalische Chemie an der Universität Münster, haben auf den ersten Blick nicht viel gemein. Doch beide eint die Vision Glück und Pech im Fußball vorhersagen zu können.
Während Beckenbauer zu Beginn der Rückrunde der kürzlich zu Ende gegangenen Fußball-Bundesliga Saison versuchte den Ausgang  durch einen Blick in seine Kristallkugel vorherzusehen, ließ Heuer den Fußballgott würfeln.

Die Voraussagen, soviel sei vorweggenommen, waren nahezu identisch und Beckenbauer konnte mit nur einem richtigen Tipp das Wahrsager-Duell für sich entscheiden. Die Kristallkugel schlägt letztlich das wissenschatliche Fußballmodell und Recht behält deshalb mal wieder der Fußballphilosoph Otto Rehhagel, der weiß, dass die Wahrheit nur auf dem Platz liegt.
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Wahrsagerei mit Kaiser Franz

Mai 10th, 2010 sportticker Posted in Abseits!, Fußball No Comments »

[Erstellt am 1. Februar 2010 - zuletzt aktualisiert am 10. Mai 2010]

Für Bild.de hat deren Kolumnist Franz Beckenbauer vor dem 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga einen Blick in seine Kristallkugel geworfen. Dankenswerter Weise sagt uns der Kaiser alle Ergebnisse seiner fünf Titelkandidaten bis zum 34. Spieltag voraus und beantwortet bereits heute die Meisterfrage.
Sehr gewagt ist sein Meistertipp allerdings nicht – wenig überraschend schätzt Hellseher Franz, dass der FC Bayern München, dessen Ehrenpräsident er ist, in dieser Saison die Meisterschale holt. Leverkusen bleibt demnach mal wieder nur die Vizemeisterschaft und auf den Plätzen landen Schalke, Dortmund und letztlich deutlich abgeschlagen der HSV.
Mal sehen, ob sich des Kaisers Visionen auch wirklich erfüllen!

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Simply priceless

Mai 6th, 2010 Christoph Posted in Fußball No Comments »

Der FC Ölscheich, früher bekannt als Manchester City, wird nächstes Jahr nicht in der Champions League vertreten sein. Das steht nach dem 0:1 gegen den direkten Rivalen um Platz vier, Tottenham Hotspur, fest. Und das ist eine sehr, sehr gute Nachricht.1 Finden wir, findet auch Guardian-Leser PaulLambert. Er kann das nur sehr viel eleganter ausdrücken.

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  1. Nicht zuletzt für Gareth Bale, inzwischen einer der Besten bei Tottenham. Das war ja nicht immer so. []
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Butts feuchter Traum

April 21st, 2010 Olaf Posted in Fußball 1 Comment »

Im Winter seiner Karriere will es Jörg Butt noch einmal wissen. Nachdem er erfolgreich den talentierten, aber mutmaßlich trainingsfaulen glücklosen Michael Rensing im Tor des FC Bayern verdrängt hat, träumt der inzwischen 35-jährige offensichtlich von einem Platz im WM-Kader von Joachim Löw. Kurz vor dem Champions League Halbfinale gegen Lyon nutzt Butt ein Interview mit dem Internetportal SPORT1.de dazu, um sich mal eben als WM-Torhüter ins Gespräch zu bringen – auf eine denkbar geschickte Art und Weise. Genießen Sie dieses Interview-Schmankerl!

SPORT1: Louis van Gaal hat gesagt, er verlässt den FC Bayern, wenn er in dieser Saison alle drei Titel holt. Was sagen Sie dazu?

Butt: Vielleicht wird er dann Nationaltrainer von Deutschland, dazu hat er sich ja auch schon einmal geäußert. Dann gehe ich mit ihm mit und spiele nur noch für die Nationalmannschaft. Spaß beiseite. Natürlich könnte ich von meiner Leistung her auch bei der WM spielen, aber die Trainer der Nationalmannschaft haben sich auf drei Torhüter festgelegt. Ich glaube nicht, dass die WM für mich noch ein Thema wird.






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“Oh, what a goal!”

April 14th, 2010 Christoph Posted in Fußball No Comments »

Duelle zwischen dem FC Arsenal und den Tottenham Hotspur sind immer für großartige Tottenham-Tore gut, selbst David Bentley ist ein schon eines gelungen. Das “wonder goal” (Tottenham-Coach ‘Arry Redknapp) des 19-jährigen Danny Rose bei seinem Premier-League-Debüt sticht dennoch heraus:

Sagt der “Guardian”:

GOAL! Tottenham Hotspur 1-0 Arsenal (Rose 9 min) Danny Rose, 19, scores on his Premier League debut with a volley from at least 40 yards. That’s a sensational strike! Spurs had a corner, which was sent in from the right by Modric. Almunia punched it into the night sky, from where it dropped to Rose in the left channel. He sent it back with interest, rifling an unstoppable, dipping left-footed volley fizzing over Almunia and under the crossbar from 35-40 yards out. Now we know what his secret weapon is. He should retire now, because he’s never going to top that if he plays for another 20 years.

Sagt die BBC:

Spurs goal: You won’t see a better goal on a full league debut ever. A Spurs corner from the right is punched away by Manuel Almunia to about 30 yards out where Danny Rose is lingering and the youngster hits the most glorious, sizzling, thumping left-foot volley you could ever want to see. Think Michael Essien vs Barca last season, but with bells on. Utterly sensational.

Sagen wir! Wir haben schließlich haben schon ganz andere Debüts gesehen.




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Zwanzigers Glaubensbekenntnisse – eine Art religiöse Krisenkommunikation

März 7th, 2010 Olaf Posted in Fußball No Comments »

Dr. Theo Zwanziger, noch Präsident des Deutschen Fußballbundes und Träger des Bundesverdienstkreuzes, ist ein gläubiger Mensch.

Er glaubt nicht nur, er habe alles im Griff in der Schiedsrichteraffäre um Manfred Amerell, obwohl ihm die längst völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Er glaubt auch, dass “ein Mann, der das Schiedsrichterwesen so liebt wie Amerell” nicht zurückgetreten wäre, “wenn er der Überzeugung ist, dass überhaupt nichts passiert ist, was man ihm anlasten kann”. Und er glaubt deshalb, dass der ehemalige Schiedsrichter-Beobachter schuldig ist, denn ansonsten hätten viele junge Leute gegenüber dem DFB „Dinge erfunden, die man nicht erfinden kann“. Zu diesen „jungen Leuten“ gehört insbesondere der Bundesliga-Schiedsrichter Michael Kempter, der im Dezember 2009 den Fall durch den Vorwurf der sexuellen Belästigung durch Amerell  ins Rollen gebracht hatte. Die Vorverurteilung durch Zwanziger ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass sich der DFB-Präsident gut vorstellen kann, dass „dies oder jenes“ in der Aussage von Kempter „nicht stimmt“.

Die Beweislage ist also dürftig und genau das ist das Problem von Zwanzigers religiöser Krisenkommunikation. Damit aus Glauben bewiesenes Wissen wird, sind Fakten nötig. Am Ende reicht es eben nicht aus nur an das „gravierende Fehlverhalten“ von Amerell zu glauben – es kommt darauf an, was Zwanziger beweisen kann.

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