“Spiegel online ist auf eine merkwürdige Partie gestoßen”. Das schreibt Christian Gödecke im Teaser zu seinem Text über ein Tennismatch, das letztes Jahr beim ATP-Turnier in Lyon stattgefunden und den einstmals “weißen Sport” beschmutzt hat. Nur: Eine wirklich neue Nachricht ist das nicht. Zumindest in der Wettwelt.
Kein Wunder, inzwischen ist bereits die komplette Tennis-Saison 2009 ausgespielt. Und eigentlich gibt es genug andere, aktuellere Anlässe, die untersucht werden könnten. Zudem sind leider viele Dinge durcheinandergeraten in dem Artikel. Mit bloßen Nachfragen bei Buchmachern ist es eben nicht getan. Deshalb ein paar Anmerkungen zu Passagen aus Gödeckes-Text.
“Nach Unterlagen, die Spiegel Online vorliegen, nahmen insgesamt mindestens 47 Wettanbieter die Llodra-Partie aus ihrem Angebot. Sie alle hatten extreme Auffälligkeiten bemerkt. 47.”Das spricht Bände”, sagt ein Buchmacher.
Diese Zahl sagt nur wenig aus und das sagt der Artikel indirekt auch. Denn sobald bei Betfair hohe Summen gesetzt werden, wird automatisch die gesamte Wettwelt auf diese Spiele aufmerksam. Und ein ganz großer Teil der Wetten, die dann bei Buchmachern eingehen sind gar keine Wetten mehr, sondern Surebets. Hier wettet man zur hohen Quote beim Buchmacher und sichert dann zu den schon am Boden liegenden Quoten bei Betfair. Durch die hohen Einsätze nehmen nun viele Buchmacher die Spiele aus ihrem Programm. Das ist der im Text beschriebene Schneeball-Effekt. Das sagt aber zunächst einmal nichts darüber aus, ob ein Spiel manipuliert worden ist. Sondern gibt nur einen Hinweis auf die Stärke des Schneeball-Effekts.


