Wachstumshormone, kurz HGH (Human Growth Hormone), erhöhen die sportliche Leistungsfähigkeit. Was zu beweisen war, hat eine Forschergruppe am Garvan Institute of Medical Research in Sydney unter der Leitung von Ken Ho nun nachgewiesen. Ho kennt sich aus mit HGH, er hat bereits an über hundert Studien zum Thema Wachstumshormone mitgewirkt. 2007 hat er schon einmal von sich reden gemacht, als er den Durchbruch bei der Enttarnung von HGH-Dopern mit einem neuen Nachweisverfahren verkündet hatte. “Meine Botschaft an die Athleten lautet: Es wird jetzt schwerer zu betrügen”, ließ Ho die Welt damals wissen.
Gut drei Jahre später wurde das unter Spitzensportlern scheinbar populäre Doping mit Wachstumshormonen tatsächlich erstmals nachgewiesen, allerdings nicht mit Hos Testverfahren und auch nicht bei Mark McGwire, wie die dpa behauptet. Anschließend verkündete WADA-Generalsekretär David Howman in Anlehnung an Ho vollmundig: “Nun wird damit eine starke Botschaft an Athleten gesendet, die den Missbrauch mit HGH riskieren wollen und nun ultimativ entdeckt werden können. Wir kriegen euch.” Immerhin: Wenn der zweite, weitaus praktikablere HGH-Test wie angekündigt tatsächlich noch 2010 marktreif wird, könnte da etwas dran sein.
Dass HGH wirkt, würden Heerscharen von Athleten sicher sofort bestätigen, wenn die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Wachstumshormone nicht in ihre Liste der verbotenen Substanzen aufgenommen hätte. Dass sie dort zurecht stehen, kann man in der Studie “The Effects of Growth Hormone on Body Composition and Physical Performance in Recreational Athletes. A Randomized Trial” nachlesen, die am Montag in den “Annals of Internal Medicine” (Vol. 152, No. 91-44) veröffentlicht und hauptsächlich von der WADA finanziert wurde.
Das Setting und die Ergebnisse der Studie im Überblick:
Teilnehmer: 96 Freizeitsportler (63 Männer, 33 Frauen; Durchschnittsalter: 27,9 Jahre, Altersspanne: 18 bis 40 Jahre) , die seit mindesten einem Jahr regelmäßig trainierten.
Vorgehen: Vor Beginn der Testreihe wurden die Körperdaten (fat mass, lean body mass, extracellular water mass, and body cell mass) und die physische Leistungsfähigkeit (Ausdauer, Stärke, Kraft, Sprintfähigkeit mit einem Fahrrad) der Teilnehmer erhoben.Anschließend erhielt per Zufallsauswahl jeweils eine Hälfte der männlichen und weiblichen Teilnehmer acht Wochen lang täglich Salzwasserinjektionen, die andere Wachstumshormone (2 mg/d, subkutan). Jeder zweite, zufällig ausgewählte männliche Teilnehmer erhielt zudem während der Studie Testosteron (250 mg/wk, intramuskulär), der Rest Salzwasserinjektionen. Weiter lesen »