Hinterm Horizont geht’s weiter

19. Juli 2010 - 3:14 | sportticker

Seit vorletztem Sonntag also ist die 19. Fußball-Weltmeisterschaft Geschichte. Die Premieren-WM schlechthin und gleichzeitig der größte Fehler von Sepp Blatter, wie Uli Hoeneß vorab schwadronierte. Was er wohl jetzt sagen würde, wenn er nicht mitten im Wahlkampf wäre? Egal, denn auf jeden Fall war es auch die Endrunde mit dem brutalsten Endspiel aller Zeiten und der sonderbarsten Regelauslegung eines Schiedsrichters.

Beim Finale ist Fifa-Boss Sepp Blatter ausgebuht worden, hat das aber überhört. Im Überhören ist Blatter geübt, Buhrufe werden ihm immer wieder zuteil. Am vorletzten Sonntag in Johannesburg war Blatter wahrscheinlich auch der Meinung, die stehenden Ovationen für den ins Stadion genötigten Nelson Mandela – 91 Jahre alt, krank gebrechlich, um seine nach Eröffnungsfeier verunglückte Urenkelin trauernd – galten eigentlich ihm, dem “Afrikaner” und Heilsbringer Südafrikas. Weiter lesen »

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Der Fußballgott würfelt nicht

26. Mai 2010 - 12:44 | Olaf

Zwei Männer  – eine Mission. Bayern Münchens Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, Kaiser, Lichtgestalt, Kolumnist und der Dortmund-Fan Andreas Heuer, Professor für Physikalische Chemie an der Universität Münster, haben auf den ersten Blick nicht viel gemein. Doch beide eint die Vision Glück und Pech im Fußball vorhersagen zu können.
Während Beckenbauer zu Beginn der Rückrunde der kürzlich zu Ende gegangenen Fußball-Bundesliga Saison versuchte den Ausgang  durch einen Blick in seine Kristallkugel vorherzusehen, ließ Heuer den Fußballgott würfeln.

Die Voraussagen, soviel sei vorweggenommen, waren nahezu identisch und Beckenbauer konnte mit nur einem richtigen Tipp das Wahrsager-Duell für sich entscheiden. Die Kristallkugel schlägt letztlich das wissenschatliche Fußballmodell und Recht behält deshalb mal wieder der Fußballphilosoph Otto Rehhagel, der weiß, dass die Wahrheit nur auf dem Platz liegt.
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Wahrsagerei mit Kaiser Franz

10. Mai 2010 - 13:24 | sportticker

[Erstellt am 1. Februar 2010 - zuletzt aktualisiert am 10. Mai 2010]

Für Bild.de hat deren Kolumnist Franz Beckenbauer vor dem 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga einen Blick in seine Kristallkugel geworfen. Dankenswerter Weise sagt uns der Kaiser alle Ergebnisse seiner fünf Titelkandidaten bis zum 34. Spieltag voraus und beantwortet bereits heute die Meisterfrage.
Sehr gewagt ist sein Meistertipp allerdings nicht – wenig überraschend schätzt Hellseher Franz, dass der FC Bayern München, dessen Ehrenpräsident er ist, in dieser Saison die Meisterschale holt. Leverkusen bleibt demnach mal wieder nur die Vizemeisterschaft und auf den Plätzen landen Schalke, Dortmund und letztlich deutlich abgeschlagen der HSV.
Mal sehen, ob sich des Kaisers Visionen auch wirklich erfüllen!

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Simply priceless

6. Mai 2010 - 0:18 | Christoph

Der FC Ölscheich, früher bekannt als Manchester City, wird nächstes Jahr nicht in der Champions League vertreten sein. Das steht nach dem 0:1 gegen den direkten Rivalen um Platz vier, Tottenham Hotspur, fest. Und das ist eine sehr, sehr gute Nachricht.1 Finden wir, findet auch Guardian-Leser PaulLambert. Er kann das nur sehr viel eleganter ausdrücken.

man_city

  1. Nicht zuletzt für Gareth Bale, inzwischen einer der Besten bei Tottenham. Das war ja nicht immer so. []

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Sieg oder Siebter – die HGH-Frage?

5. Mai 2010 - 5:17 | sportticker

Wachstumshormone, kurz HGH (Human Growth Hormone), erhöhen die sportliche Leistungsfähigkeit. Was zu beweisen war, hat eine Forschergruppe am Garvan Institute of Medical Research in Sydney unter der Leitung von Ken Ho nun nachgewiesen. Ho kennt sich aus mit HGH, er hat bereits an über hundert Studien zum Thema Wachstumshormone mitgewirkt. 2007 hat er schon einmal von sich reden gemacht, als er den Durchbruch bei der Enttarnung von HGH-Dopern mit einem neuen Nachweisverfahren verkündet hatte.  “Meine Botschaft an die Athleten lautet: Es wird jetzt schwerer zu betrügen”, ließ Ho die Welt damals wissen.

Gut drei Jahre später wurde das unter Spitzensportlern scheinbar populäre Doping mit Wachstumshormonen tatsächlich erstmals nachgewiesen, allerdings nicht mit Hos Testverfahren und auch nicht bei Mark McGwire, wie die dpa behauptet. Anschließend verkündete WADA-Generalsekretär David Howman in Anlehnung an Ho vollmundig: “Nun wird damit eine starke Botschaft an Athleten gesendet, die den Missbrauch mit HGH riskieren wollen und nun ultimativ entdeckt werden können. Wir kriegen euch.” Immerhin: Wenn der zweite, weitaus praktikablere HGH-Test wie angekündigt tatsächlich noch 2010 marktreif wird, könnte da etwas dran sein.

Dass HGH wirkt, würden Heerscharen von Athleten sicher sofort bestätigen, wenn die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Wachstumshormone nicht in ihre Liste der verbotenen Substanzen aufgenommen hätte. Dass sie dort zurecht stehen, kann man in der Studie “The Effects of Growth Hormone on Body Composition and Physical Performance in Recreational Athletes. A Randomized Trial” nachlesen, die am Montag in den “Annals of Internal Medicine” (Vol. 152, No. 91-44) veröffentlicht und hauptsächlich von der WADA finanziert wurde.

Das Setting und die Ergebnisse der Studie im Überblick:

Teilnehmer: 961 Freizeitsportler (63 Männer, 33 Frauen; Durchschnittsalter: 27,9 Jahre, Altersspanne: 18 bis 40 Jahre) , die seit mindesten einem Jahr regelmäßig trainierten.

Vorgehen: Vor Beginn der Testreihe wurden die Körperdaten (fat mass, lean body mass, extracellular water mass, and body cell mass) und die physische Leistungsfähigkeit (Ausdauer, Stärke, Kraft, Sprintfähigkeit mit einem Fahrrad) der Teilnehmer erhoben.Anschließend erhielt per Zufallsauswahl jeweils eine Hälfte der männlichen und weiblichen Teilnehmer acht Wochen lang täglich Salzwasserinjektionen, die andere Wachstumshormone (2 mg/d, subkutan). Jeder zweite, zufällig ausgewählte männliche Teilnehmer erhielt zudem während der Studie Testosteron (250 mg/wk, intramuskulär), der Rest Salzwasserinjektionen. Weiter lesen »

  1. diese Teilnehmerzahl wird im offiziellen Abstract genannt – in der allgemeinverständlichen Zusammenfassung für Patienten ist von 103 Teilnehmern die Rede []

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Drama, baby, Drama!*

2. Mai 2010 - 15:00 | Christoph

Wir hatten das hier alles schon einmal. Damals, als es ergebnislose Ermittlungen gegen Peter Ebdon gab und nebenan im Snookerblog die heile Welt ins Wanken geriet. Die Umstände waren damals so, dass die Wettmuster äußerst auffällig, aber keine belastbaren Beweise für eine bewusste Spielmanipulation während Ebdons 0:5-Niederlage gegen einen 21-jährigen Chinesen vorhanden waren. Dummerweise hatte die Partie an einem Nebentisch stattgefunden, an dem das Spiel nicht aufgezeichnet wurde. Wie das Leben im Sport eben so spielt.

John HigginsJetzt ist alles anders. Unter Manipulationsverdacht steht nicht mehr der einmalige Weltmeister Peter Ebdon, sondern der dreimalige (und noch amtierende) Champion John Higgins. In Manipulationsverdacht stehen keine konkreten Spiele, sondern einige Frames in noch zu spielenden Partien. Und: Es gibt Bewegtbilder mit Ton. Veröffentlicht hat sie das Enthüllungs-Fachblatt “News of the World” (Slogan: “We’re No 1 for exclusive video”), bekannt durch ein fingiertes Sex-Video mit dem ehemaligen FIA-Präsident Max Mosley und falsche Scheichs mit interessanten Angeboten für Englands damaligen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson.

Es zeigt Higgins und dessen Manager Pat Mooney, Vorstandsmitglied der WPBSA1, am Freitag bei Verhandlungen in Kiew. Verhandlungen mit vermeintlichen Wettpaten, die tatsächlich Reporter des Boulevardblatts sind. Verhandlungen darüber, wie Higgins in der kommenden Saison Frames in mehreren Partien absichtlich verlieren, der Wettmafia dadurch ein paar sichere Einnahmen und sich selbst einen Bonus von 300.000 Euro verschaffen könnte. Nachdem Higgins versichert hat, Manipulationen seien problemlos möglich und für die Zuschauer nicht zu erkennen, kommt das Gespräch auf wirklich wichtige Themen: Wie lässt sich eine derart erkleckliche Extra-Einnahme möglichst unauffällig verbuchen?

Nach Veröffentlichung des bearbeiteten Videos und eines entsprechend aufgemachten Berichts in der “News of the World” erklärte Mooney “Sky News” sinngemäß: Er und Higgins hätten in Kiew um ihre Sicherheit fürchten müssen, die Umstände seien “ungeheuer furchteinflößend” gewesen und hätten ihnen bei den Verhandlungen keine Wahl gelassen. Vorbildlich muss man in diesem Zusammenhang die Art und Weise nennen, in der Higgins und Mooney ihre enorme Angst verbergen. Inzwischen ist Mooney von seinem WPBSA-Posten zurückgetreten.

John Higgins schwieg erst zu den Vorwürfen und teilte schließlich mit:

“I didn’t know if this was the Russian Mafia or who we were dealing with – at this state I felt the best course of action was to play along with these guys and get out of  Russia [sic]. (…) Those who know me know of my love for snooker… my conscience is 100% clear.”

Die WPBSA hatte sich schon zuvor zur Personalie Higgins geäußert. Der dreimalige Weltmeister wurde bis zur Klärung der Vorwürfe von allen WPBSA-Turnieren ausgeschlossen, heißt es in einem offiziellen Statement. Die Affäre sei beschämend, ein schwerer Schlag “für die Integrität des Sports”, hieß es gegenüber verschiedenen Medien. Für Aufklärung soll möglichst rasch David Douglas sorgen, seit Kurzem im WPBSA-Vorstand für Disziplinarangelegenheiten zuständig. Erfahrung mit Korruptionsdelikten sollte Douglas mitbringen. Er war einst Detective Chief Superintendent der Metropolitan Police in London.

———————————-

* Die Überschrift ist geborgt vom Spox-Bericht zu Higgins WM-Aus gegen Steve Davis. Die Vorwürfe gegen Higgins sind Spox, Stand 15.34 Uhr, keine Erwähnung wert. Nachtrag: Jetzt schon.

  1. World Professional Billiards and Snooker Association []

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Butts feuchter Traum

21. April 2010 - 13:40 | Olaf

Im Winter seiner Karriere will es Jörg Butt noch einmal wissen. Nachdem er erfolgreich den talentierten, aber mutmaßlich trainingsfaulen glücklosen Michael Rensing im Tor des FC Bayern verdrängt hat, träumt der inzwischen 35-jährige offensichtlich von einem Platz im WM-Kader von Joachim Löw. Kurz vor dem Champions League Halbfinale gegen Lyon nutzt Butt ein Interview mit dem Internetportal SPORT1.de dazu, um sich mal eben als WM-Torhüter ins Gespräch zu bringen – auf eine denkbar geschickte Art und Weise. Genießen Sie dieses Interview-Schmankerl!

SPORT1: Louis van Gaal hat gesagt, er verlässt den FC Bayern, wenn er in dieser Saison alle drei Titel holt. Was sagen Sie dazu?

Butt: Vielleicht wird er dann Nationaltrainer von Deutschland, dazu hat er sich ja auch schon einmal geäußert. Dann gehe ich mit ihm mit und spiele nur noch für die Nationalmannschaft. Spaß beiseite. Natürlich könnte ich von meiner Leistung her auch bei der WM spielen, aber die Trainer der Nationalmannschaft haben sich auf drei Torhüter festgelegt. Ich glaube nicht, dass die WM für mich noch ein Thema wird.






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