
Spotted in the Guardian’s MBM on Stoke 0, Chelsea (+ Stoke’s Jon Walters) 4
13. Januar 2013 - 2:43 | sportticker
Kategorien: Fußball | kommentieren » |
22. November 2012 - 13:44 | Olaf
Heiligt der (gute) Zweck wirklich alle Mittel? Zumindest dem Online-Auktionsportal United Charity ist offensichtlich kein gestiftetes Objekt zu fragwürdig, um mit dem Erlös aus der Versteigerung hilfsbedürftige Kinder zu unterstützen. Unter den virtuellen Hammer kam nun das Gelbe Trikot, das Jan Ullrich beim Einzelzeitfahren der Tour der France 1997 – dem Jahr seines Toursieges – trug, als er die Konkurrenz deklassierte und sogar den drei Minuten vor ihm gestarteten Richard Virenque überholte. Das Auktionsportal feiert Jan Ullrichs Sieg bei der Frankreichrundfahrt als “Sternstunde des Radsports”, obwohl sich in der Top Ten der Gesamtwertung fast ausschließlich Doper wiederfinden. Sein Gelbes Trikot ist also eher ein Andenken an den dopingverseuchten Radsport und war dem Höchstbietenden über 4.500 Euro wert.
Gesamtwertung der Tour de France 1997:
Fast alle, die es in die Top-Ten geschafft haben, sind positiv aufgefallen
| Platzierung | Fahrer | Positiv aufgefallen |
| Toursieger | Jan Ullrich | 2002: Positive Trainingskontrolle. Strafe: 6-monatige Sperre 2006: Verwicklung in den Dopingskandal Fuentes. Strafe: Verurteilung durch den Internationalen Sportgerichtshof |
| Zweiter | Richard Virenque | 1998: Verwicklung in die Festina Affaire. Strafe: 7-monatige Sperre |
| Dritter | Marco Pantani | 1995: Überhöhter Hämatokritwert beim Radrennen Mailand-Turin. Strafe: 3 Monate Haft auf Bewährung, später aufgehoben 1999: Überhöhter Hämatokritwert beim Giro d´Italia. Strafe: 2-wöchige Schutzsperre 2001: Im Rahmen einer Razzia wird eine Insulin-Spritze gefunden. Strafe: 6-monatige Sperre und 3000 Schweizer Franken Geldstrafe |
| Vierter | Abraham Olano | Ist nie positiv aufgefallen – war allerdings Kunde des italienischen Dopingarztes Michele Ferrari. |
| Fünfter | Fernando Escartín | Stand ebenfalls auf der Kundenliste von Ferrari, wurde aber – wie Olano – nie positiv getestet. |
| Sechster | Francesco Casagrande | 1998: Positiv gestestet bei der Tour de Romandie. Strafe: 6-monatige Sperre |
| Siebter | Bjarne Riis | 2007: Riis gesteht zur Liestungssteigerung die Doping genutzt zu haben. |
| Achter | José María Jiménez | Nie positiv aufgefallen, es wird jedoch vermutet, dass seine psychosomatischen Probleme auf exzessiven Doping-Missbrauch zurückzuführen waren. |
| Neunter | Laurent Dufaux | 1998: War wie Virenque in die Festina Affaire verwickelt. Strafe: 7-monatige Sperre |
| Zehnter | Roberto Conti | 2002: Besitz verschiedener Dopingmittel. Strafe: 6-monatige Sperre |
Kategorien: Doping, Medien, Radsport, Tour de Farce | kommentieren » |
28. Oktober 2012 - 12:06 | Olaf
Dies ist eine frei erfundene Geschichte: Xela Ierf, ein erfolgreicher Radprofi und mehrfacher Schweizer Meister sowie Radler des Jahres erscheint verspätet zur Dopingkontrolle. Für diesen klaren Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen wird Ierf von Radverband jedoch lediglich für den nächsten Wettbewerb gesperrt. Der sonst übliche reflexartige Aufschrei der Medien bei einer solch lächerlich geringen Sperre fällt aus. Wenn Sie verstehen wollen, warum das so ist, müssen Sie die ganze Geschichte lesen.
Kategorien: Doping, Fußball, Medien, Radsport | kommentieren » |
14. Oktober 2012 - 12:03 | Olaf
Hätte es eine Stellenanzeige gegeben, sie wäre wohl kurz und knapp gewesen. Vielleicht folgendermaßen: Gesucht wird ein neuer sportlicher Leiter, der teaminternes Doping noch weniger erkennt als Vorgänger Hans Michael Holczer. Klingt schwierig, ist es aber nicht. Mit Wjatscheslaw Jekimow, einstiger Edelhelfer des Sportbetrügers Lance Armstrong beim US Postal Team, hat der russische Radrennstall Katjuscha, der regelmäßig positiv auffällt, den richtigen Mann gefunden.
Kategorien: Doping, Radsport, Tour de Farce | 1 Kommentar » |
3. Januar 2012 - 16:12 | sportticker
Kategorien: Abseits!, Datenvisualisierung, Olympia, Sportpolitik | 1 Kommentar » |
28. Dezember 2011 - 3:51 | sportticker
Screenshot: www.handelszeitung.ch
Weihnachten ist vorbei. Aber all jenen, denen von Joseph Blatters unendlichen und unwahren FIFA-Reformversprechen bereits die Ohren bluten, hat das Obergericht in Zug nun nachträglich noch ein besonders hübsches Präsent überreicht. Das Gericht entschied auf Antrag von Jean-Francois Tanda (Homepage/Twitter) von der Schweizer “Handelszeitung”, dass die brisante Einstellungsverfügung zum ISL-Verfahren veröffentlicht werden muss. Das Gericht begründete seinen Entscheid mit einem gewichtigen Interesse der Öffentlichkeit an den Umständen der Verfahrenseinstellung, die viele Fragen aufwerfe.
Das Papier aus dem Mai 2010 dokumentiert eine Vereinbarung hochrangiger FIFA-Funktionäre und der aktuellen FIFA-Spitze mit Schweizer Ermittlern und sollte geheim bleiben. Es ist ein Ablasshandel, der Korruption vertuscht und nicht aufklärt oder für Wiedergutmachung sorgt. Die genannten Parteien tauschten ein Schweigegeld in Millionenhöhe gegen die Einstellung des Verfahrens gegen sie und, noch viel bedeutender, gegen die Zusicherung, dass ihre Namen nicht öffentlich gemacht würden. Andernfalls wären Ricardo Teixeira und Blatters Mentor und Vorgänger Joao Havelange schon längst offiziell als Empfänger von Schmiergeldern des 2001 kollabierten Sportrechtevermarkters ISL/ISMM enttarnt worden und nicht nur in Recherchen von Andrew Jennings für die BBC. Und es wäre bekannt geworden, dass die FIFA-Spitze, also Präsident Joseph Blatter, “immer von den Schmiergeldzahlungen an ihre Exponenten gewusst hat, aber nichts dagegen unternommen hatte”, wie es Tanda nun in der “Handelszeitung” formuliert.
Die Geschichte des einst größten Sportrechtemaklers der Welt ISL/ISMM und des größten bekannten Schmiergeldskandals der Sportgeschichte hat Jens Weinreich in seinem Blog mehrfach ausführlich aufgeschrieben (etwa hier, hier und hier), wie Tanda ist er ein FIFA-Insider. Gerichtsfest dokumentiert ist, dass der ISL/ISMM-Konzern zwischen 1989 und 2001 über 140 Millionen Schweizer Franken an hochrangige Sportfunktionäre zahlte – Gelder, die ISL-Manager vor Gericht als Rechteerwerbskosten bezeichneten, ohne die Vertragsabschlüsse über lukrative TV- und Sponsorendeals unmöglich gewesen wären. Gelder, über die aber selbst das Strafgericht Zug in seinem Urteil vom 26. Juni 2008 feststellte, dass die Bezeichnung als “Schmiergeldzahlungen” “wohl im Umgangssprachgebrauch” nicht falsch sei. In einem ausgekoppelten Strafverfahren wurde gegen Teixeira und Havelange als Schmiergeldempfänger sowie die FIFA-Spitze als Dulder ermittelt, weil sie die FIFA durch die Entgegennahme von Millionensummen geschädigt hatten – bis das Verfahren gegen eine Wiedergutmachungszahlung von 5,5 Millionen Schweizer Franken im Mai 2010 eingestellt wurde.
Jean-Francois Tanda hat nach Bekanntwerden der Einstellungsverfügung einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt, dem die Staatsanwaltschaft zweimal zustimmte. Doch alle drei beteiligten Parteien blockierten die Herausgabe, zuletzt kurz vor dem FIFA-Kongress Ende Mai 2011 und Blatters Wiederwahl. Es ging vors Obergericht Zug. Auch nachdem Blatter im Oktober 2011 salbungsvoll die Veröffentlichung des ISL-Dokuments angekündigt hatte, zog die FIFA ihre Beschwerde vor dem Obergericht Zug nicht zurück. Stattdessen hatte die FIFA – während sie selbst gegen die Herausgabe der Akten vorging – die Chuzpe, Anfang Dezember 2011 eine Verschiebung der für die Exekutivsitzung am 16. und 17. Dezember in Aussicht gestellten Akteneinsicht zu verkünden und die Schuld dafür auf eine nicht näher beschriebene juristische Blockade von Teixeira oder Havelange zu schieben. Randnotiz: Kurz zuvor hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) seinem dienstältesten Mitglied Havelange einen Abgang aus gesundheitlichen Gründen gestattet, statt ihn wegen seiner ISL-”Provisionen” als hochkorrupten Funktionär offiziell zu bestrafen. Sein Amt als Ehrenpräsident der FIFA blieb unangetastet.
Die ausgebliebenen Sanktionen von IOC und FIFA könnten nach der Entscheidung des Obergerichts Zugs (im Wortlaut als pdf) zur Veröffentlichung der Einstellungsverfügung nun durch eine öffentliche Darlegung von Havelanges Nehmerqualitäten als Sportfunktionär ersetzt werden. Die drei Parteien haben 30 Tage Zeit, um Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Reuters meldet, dass die FIFA auf einen Einspruch verzichten will. Das dürfte jedoch nur bedeuten, dass schon der Widerspruch von Teixeira und Havelange genügt, um vor die nächste Instanz zu ziehen und Blatters Zeitspiel fortzuführen. Immerhin: Diese Instanz ist das Schweizer Bundesgericht und damit die letzte. Die “Neue Zürcher Zeitung” erwartet eine Entscheidung für den Sommer 2012 und lässt FIFA-Medienchef Walter de Gregorio sogar von einem zügigeren Vollzug fabulieren: “Spätestens am Kongress im Mai wollen wir die Akten offenlegen.” PR ist eben das, wofür der Schweizer Sportjournalist 2010 jetzt auch offiziell bezahlt wird.
Ein Ende des Verfahrens ist auch ohne FIFA-Mithilfe abzusehen, sein Ausgang auch: Der vor dem Bundesgericht gescheiterte Versuch des früheren Schweizer Armee-Chefs Roland Nef, die Einstellungsverfügung eines für ihn unangenehmen Privatverfahrens geheim zu halten, gilt als Präzedenzfall. Auch im Duell Transparenz vs. Korruptionsverdunkelung liegen FIFA & Co. nun mit 0:3 hinten.
Kategorien: Fußball, Korruption, Sportpolitik | kommentieren » |